Endometriose und Kinderwunsch: Was du wissen solltest
Kann Endometriose der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein?
Wenn sich eine Schwangerschaft trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht einstellt, suchen viele Frauen nach einer Erklärung.
Eine mögliche Ursache kann Endometriose sein.
Vielleicht hast du diesen Begriff schon einmal gehört oder kennst jemanden, der die Diagnose erhalten hat.
Doch was genau ist Endometriose eigentlich?
Kann sie den Kinderwunsch beeinflussen?
Und bedeutet eine Diagnose automatisch, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist?
Die gute Nachricht vorweg:
Nein.
Viele Frauen mit Endometriose werden auf natürlichem Weg oder mit medizinischer Unterstützung schwanger.
In diesem Artikel erfährst du,
• was Endometriose ist,
• welche Symptome auftreten können,
• wie die Erkrankung diagnostiziert wird,
• und welche Auswirkungen sie auf den Kinderwunsch haben kann.
Wie immer gilt: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Er soll dir helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und gut informiert mit deiner (ganzheitlichen) Ärztin oder deinem Arzt zu sprechen.

Was ist Endometriose?
Bei einer Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter.
Diese sogenannten Endometriose-Herde können sich beispielsweise an den Eierstöcken, den Eileitern, dem Bauchfell oder anderen Organen im Becken befinden.
Wie die normale Gebärmutterschleimhaut reagieren auch diese Herde auf die hormonellen Veränderungen während des Menstruationszyklus.
Dadurch kann es zu Entzündungen, Schmerzen, Narbenbildungen und Verwachsungen kommen.
Die genaue Ursache der Endometriose ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Welche Symptome können auftreten?
Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich.
Während manche Frauen starke Schmerzen haben, bemerken andere kaum Symptome und erhalten die Diagnose erst im Rahmen einer Kinderwunschabklärung.
Mögliche Anzeichen sind:
• starke Menstruationsschmerzen,
• Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
• Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang – insbesondere während der Menstruation,
• chronische Unterbauchschmerzen,
• starke oder unregelmäßige Blutungen,
• unerfüllter Kinderwunsch.
| Wichtig zu wissen: Die Stärke der Beschwerden sagt nichts darüber aus, wie ausgeprägt die Endometriose ist. Auch Frauen mit wenigen Symptomen können stärker betroffen sein – und umgekehrt. |
Wie kann Endometriose den Kinderwunsch beeinflussen?
Nicht jede Frau mit Endometriose hat Schwierigkeiten, schwanger zu werden.
Je nach Ausprägung der Erkrankung kann Endometriose jedoch die Fruchtbarkeit beeinflussen.
Mögliche Gründe sind:
• Verwachsungen an den Eileitern oder Eierstöcken,
• Entzündungsprozesse im Becken,
• Veränderungen der Eizell- oder Spermienfunktion,
• oder eine erschwerte Einnistung.
Die genauen Zusammenhänge werden weiterhin erforscht.
| Fest steht jedoch: Eine Endometriose-Diagnose bedeutet nicht, dass eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Viele Frauen erfüllen sich trotz Endometriose ihren Kinderwunsch. Deshalb ist eine individuelle Beratung und Behandlung besonders wichtig. |
Wie wird Endometriose diagnostiziert?
Der Weg bis zur Diagnose ist für viele Frauen lang.
Im Durchschnitt vergehen oft mehrere Jahre, bis Endometriose erkannt wird. Das liegt unter anderem daran, dass starke Regelschmerzen noch immer häufig als „normal“ angesehen werden.
Wenn der Verdacht auf Endometriose besteht, beginnt die Diagnostik meist mit einem ausführlichen Gespräch über deine Beschwerden und deinen Menstruationszyklus.
Anschließend können weitere Untersuchungen folgen, zum Beispiel:
• eine gynäkologische Untersuchung,
• ein Ultraschall,
• und – je nach Situation – weitere bildgebende Verfahren.
Eine sichere Diagnose kann häufig erst durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) gestellt werden. Dabei können Endometrioseherde nicht nur erkannt, sondern oft auch direkt entfernt werden.
Ob eine Bauchspiegelung sinnvoll ist, hängt von deinen Beschwerden, deinem Kinderwunsch und weiteren individuellen Faktoren ab. Diese Entscheidung solltest du gemeinsam mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem behandelnden Arzt treffen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach verschiedenen Faktoren, zum Beispiel:
• deinem Alter,
• deinen Beschwerden,
• dem Ausmaß der Endometriose,
• und deinem Kinderwunsch.
Mögliche Behandlungsoptionen sind:
Schmerztherapie
Stehen Schmerzen im Vordergrund, können Schmerzmittel helfen, die Beschwerden zu lindern. Sie behandeln jedoch nicht die Ursache der Endometriose.
Hormonelle Behandlung
Wenn aktuell kein Kinderwunsch besteht, können hormonelle Therapien das Wachstum der Endometrioseherde bremsen und Beschwerden lindern.
Bei bestehendem Kinderwunsch kommen diese Medikamente in der Regel nicht infrage, da sie den Eisprung unterdrücken.
Operative Behandlung
In bestimmten Fällen kann eine Operation sinnvoll sein – beispielsweise wenn Endometrioseherde entfernt oder Verwachsungen gelöst werden sollen.
Ob eine Operation die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessert, hängt von der individuellen Situation ab und sollte sorgfältig mit einem spezialisierten Behandlungsteam besprochen werden.
Kinderwunschbehandlung
Wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg ausbleibt, können – abhängig von der persönlichen Situation – auch Methoden der assistierten Reproduktion wie eine Insemination oder künstliche Befruchtung in Betracht gezogen werden.
Was sagt die Forschung?
Die Forschung zeigt, dass Endometriose die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
Allerdings betrifft das nicht alle Frauen gleichermaßen.
Viele Frauen mit einer milden Endometriose werden spontan schwanger, während andere eine medizinische Unterstützung benötigen.
Deshalb gibt es keine allgemeingültige Aussage darüber, wie sich Endometriose auf den Kinderwunsch auswirkt.
Eine individuelle Diagnostik und Behandlung sind entscheidend.
In meinem Blogartikel zum Thema NAC erfährst du mehr zur aktuellen Forschung.
Was kannst du selbst tun?
Auch wenn Endometriose medizinisch behandelt werden sollte, kannst du deinen Körper im Alltag unterstützen.
Dazu gehören unter anderem:
• eine ausgewogene Ernährung (entzündungshemmend, zuckerfrei, glutenfrei und reich an Omega-3-Fettsäuren (Affilliate Link)),
• regelmäßige Bewegung – angepasst an dein Wohlbefinden,
• ausreichend Schlaf und Erholung,
• Pflanzenheilkunde mit Mönchspfeffer (Affilliate Link), Frauenmantel oder Schafgarbe,
• Leberunterstützung (Affilliate Link) durch Mariendistel und Bitterstoffe,
• Strategien zum Stressabbau,
• und eine gute (ganzheitliche) medizinische Begleitung.
Homöopathie wie Sepia (Affilliate Link) oder Lachesis können individuell helfen. Natürlich nur, wenn du von Homöopathie etwas hältst.
Du bist mit deinen Beschwerden nicht allein
Viele Frauen mit Endometriose berichten, dass sie sich lange nicht ernst genommen gefühlt haben.
Vielleicht hast auch du schon gehört:
„Regelschmerzen sind eben normal.“
Doch starke oder belastende Schmerzen solltest du nicht einfach hinnehmen.
Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, vertraue deinem Körper und suche dir (ganzheitliche) ärztliche Unterstützung.
Du kennst deinen Körper am besten – und deine Beschwerden verdienen es, ernst genommen zu werden.
Fazit: Endometriose und Kinderwunsch – jeder Weg ist individuell
Die Diagnose Endometriose kann zunächst viele Fragen und Sorgen auslösen – besonders dann, wenn du dir ein Kind wünschst.
Vielleicht fragst du dich, ob eine natürliche Schwangerschaft überhaupt noch möglich ist.
Die Antwort lautet: Ja, oft ist sie das.
Endometriose kann die Fruchtbarkeit beeinflussen, muss es aber nicht. Viele Frauen werden trotz der Erkrankung spontan schwanger. Andere benötigen medizinische Unterstützung. Welcher Weg der richtige ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose so wichtig. Je besser du deinen Körper verstehst und gemeinsam mit deinem Behandlungsteam die passende Therapie findest, desto besser kannst du informierte Entscheidungen treffen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie belastend ein unerfüllter Kinderwunsch sein kann. Auch wenn ich selbst keine Endometriose hatte, kenne ich die Unsicherheit, das Hoffen und die vielen Fragen.
Deshalb wünsche ich mir, dass dieser Artikel dir vor allem eines mitgibt
| Du bist nicht allein. Und eine Diagnose bedeutet nicht, dass dein Traum von einem Kind vorbei ist. |
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich mit Endometriose natürlich schwanger werden?
Ja. Viele Frauen mit Endometriose werden auf natürlichem Weg schwanger. Ob und wie stark die Erkrankung die Fruchtbarkeit beeinflusst, ist individuell sehr unterschiedlich.
Ist Endometriose heilbar?
Endometriose gilt derzeit als chronische Erkrankung und kann nach einer Behandlung erneut auftreten. Die Beschwerden lassen sich jedoch häufig gut behandeln und individuell lindern.
Muss jede Frau mit Endometriose operiert werden?
Nein. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt unter anderem von den Beschwerden, dem Kinderwunsch und dem Ausmaß der Erkrankung ab. Die Entscheidung sollte immer gemeinsam mit einem erfahrenen Behandlungsteam getroffen werden.
Kann Endometriose im Ultraschall erkannt werden?
Größere Endometrioseherde oder sogenannte Endometriome können häufig im Ultraschall sichtbar sein. Kleinere Herde lassen sich jedoch oft nicht erkennen. Eine sichere Diagnose ist in vielen Fällen erst durch eine Bauchspiegelung möglich.
Wann sollte ich an Endometriose denken?
Wenn du unter starken Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, chronischen Unterbauchschmerzen oder einem unerfüllten Kinderwunsch leidest, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Quellen und weiterführende Informationen
Für diesen Artikel wurden unter anderem folgende seriöse Quellen berücksichtigt:
• Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
• Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
• Europäische Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie (ESHRE)
• Stiftung Endometriose-Forschung
• Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.
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