Omega-3 bei Kinderwunsch: 7 wichtige Fakten

Omega-3-Fettsäuren begegnen uns inzwischen fast überall: in Fischölkapseln, Algenöl, Lebensmitteln und zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln.

Auch beim Kinderwunsch wird Omega-3 häufig empfohlen.

Dabei liest man im Internet Aussagen wie:

„Omega-3 verbessert die Fruchtbarkeit.“

„Omega-3 unterstützt die Eizellqualität.“

Oder sogar:

„Mit Omega-3 wirst du schneller schwanger.“

Aber was davon ist tatsächlich wissenschaftlich belegt?

Und braucht jede Frau mit Kinderwunsch überhaupt ein Omega-3-Präparat?

Die Antwort ist etwas differenzierter.

Omega-3-Fettsäuren gehören zu einer ausgewogenen Ernährung und erfüllen wichtige Funktionen im Körper. Gleichzeitig bedeutet das nicht automatisch, dass eine zusätzliche Einnahme die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht.

Gerade bei Kinderwunsch lohnt es sich deshalb, zwischen Nährstoffversorgung und einem möglichen Fruchtbarkeitseffekt zu unterscheiden.

Omega-3 bei Kinderwunsch

Was sind Omega-3-Fettsäuren eigentlich?

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Besonders bekannt sind drei Vertreter:

• ALA (Alpha-Linolensäure)
• EPA (Eicosapentaensäure)
• DHA (Docosahexaensäure)

ALA kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor, beispielsweise in bestimmten Pflanzenölen, Nüssen und Samen.

EPA und DHA finden sich dagegen vor allem in fettreichem Fisch und Meeresfrüchten. DHA kann außerdem über Algenöl aufgenommen werden.

Die verschiedenen Omega-3-Fettsäuren sind allerdings nicht einfach austauschbar.

Der Körper kann ALA zwar in begrenztem Umfang in EPA und DHA umwandeln, diese Umwandlung ist jedoch nicht besonders effizient.

Deshalb spielt die direkte Aufnahme von EPA und DHA über die Ernährung beziehungsweise – wenn nötig – über Supplemente eine besondere Rolle.


Warum sind EPA und DHA interessant?

EPA und DHA sind Bestandteil von Zellmembranen und an verschiedenen biologischen Prozessen beteiligt.

DHA ist insbesondere für Schwangerschaft und frühe Entwicklung relevant.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Schwangere eine durchschnittliche Zufuhr von mindestens 200 mg DHA pro Tag. Diese Menge kann laut DGE beispielsweise durch ein bis zwei Portionen fettreichen Fisch pro Woche erreicht werden.


Omega-3 bei Kinderwunsch: Kann es die Fruchtbarkeit verbessern?


Omega-3 über die Ernährung

Eine gute Möglichkeit, Omega-3 aufzunehmen, ist eine ausgewogene Ernährung.

Fettreiche Fische wie beispielsweise:

• Lachs
• Hering
• Makrele

liefern EPA und DHA.

Pflanzliche Quellen wie:

• Leinöl
• Walnüsse
• Rapsöl
• Chiasamen

liefern dagegen hauptsächlich ALA.

Die DGE empfiehlt für Schwangere regelmäßig fettreichen Fisch. Durch ein bis zwei Portionen pro Woche kann die empfohlene DHA-Zufuhr erreicht werden.

Für Frauen mit Kinderwunsch ist deshalb eine abwechslungsreiche Ernährung grundsätzlich ein sinnvoller Ausgangspunkt.


Und wenn ich keinen Fisch esse?


Omega-3 bei Kinderwunsch: Was kann es wirklich?

1. Kann Omega-3 die Eizellqualität verbessern?

Das ist eine der häufigsten Fragen rund um Omega-3 bei Kinderwunsch.

Omega-3-Fettsäuren sind an vielen Vorgängen im Körper beteiligt und spielen unter anderem eine Rolle in Zellmembranen. Deshalb wird untersucht, ob sie auch für die Funktion der Eierstöcke und die Entwicklung von Eizellen relevant sein könnten.

Es gibt wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen der Omega-3-Versorgung und verschiedenen Aspekten der reproduktiven Gesundheit.

Allerdings ist daraus keine sichere Empfehlung abzuleiten, dass jede Frau mit Kinderwunsch Omega-3 supplementieren sollte, um ihre Eizellqualität zu verbessern.

„Omega-3 ist wichtig für den Körper“ bedeutet nicht automatisch „mehr Omega-3 verbessert die Eizellqualität“.

Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln ist diese Unterscheidung wichtig.

2. Unterstützt Omega-3 den Eisprung?

3. EPA oder DHA – worin liegt der Unterschied?

EPA und DHA gehören beide zu den langkettigen Omega-3-Fettsäuren, erfüllen im Körper aber nicht exakt dieselben Funktionen.

EPA ist unter anderem an verschiedenen Signal- und Entzündungsprozessen beteiligt.

DHA ist ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen und spielt insbesondere während Schwangerschaft und früher Entwicklung eine wichtige Rolle.

Das bedeutet nicht, dass man beim Kinderwunsch einfach möglichst viel von beiden einnehmen sollte.

Welche Menge sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Ernährung und der individuellen Situation ab.

Für die Schwangerschaft gibt es konkrete Empfehlungen zur DHA-Versorgung. Die DGE empfiehlt Schwangeren eine zusätzliche Aufnahme von durchschnittlich 200 mg DHA pro Tag, sofern nicht bereits ausreichend fettreicher Fisch gegessen wird.

Das ist eine wichtige Unterscheidung:

Eine Empfehlung zur DHA-Versorgung in der Schwangerschaft ist nicht dasselbe wie eine Empfehlung zur Steigerung der Fruchtbarkeit.

4. Fischöl oder Algenöl?

Wenn du Omega-3 supplementieren möchtest oder musst, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Fischöl

Fischöl liefert normalerweise EPA und DHA.

Algenöl

5. Wie viel Omega-3 braucht man bei Kinderwunsch?

Hier wird es schnell kompliziert, weil Kinderwunsch, Schwangerschaft und allgemeine Ernährungsempfehlungen nicht dasselbe sind.

Für Frauen mit Kinderwunsch gibt es nicht einfach eine universelle Omega-3-Dosis, die nachweislich die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht.

Deshalb würde ich bei einem Präparat nicht nach dem Motto vorgehen:

> „Je höher die Dosierung, desto besser.“

Wenn du regelmäßig fettreichen Fisch isst, kann deine Versorgung bereits gut sein.

Wenn du keinen Fisch isst oder nur sehr selten, kann dagegen eine andere Ausgangssituation bestehen.

Auch die Ernährung insgesamt sollte berücksichtigt werden.

Bei Unsicherheit – insbesondere wenn eine Schwangerschaft bereits besteht oder Medikamente eingenommen werden – ist eine individuelle Beratung sinnvoll.

6. Kann man Omega-3 überdosieren?

Omega-3 ist ein Nährstoff und kein völlig risikofreies „Je-mehr-desto-besser“-Supplement.

Bei hohen Dosierungen können unter anderem Wechselwirkungen mit der Blutgerinnung relevant werden.

Deshalb solltest du hoch dosierte Omega-3-Präparate nicht einfach zusätzlich zu anderen Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen, ohne die Gesamtdosis im Blick zu behalten.

Besonders wichtig ist eine Rücksprache mit Arzt oder Ärztin, wenn du Medikamente einnimmst, die die Blutgerinnung beeinflussen, oder wenn eine Operation bevorsteht.

Auch bei Nahrungsergänzung gilt deshalb:

Eine sinnvolle Versorgung ist etwas anderes als eine möglichst hohe Dosierung.

7. Lohnt sich Omega-3 bei Kinderwunsch überhaupt?

Das hängt vor allem davon ab, wie deine Ausgangssituation aussieht.

Wenn du dich abwechslungsreich ernährst und regelmäßig fettreichen Fisch isst, kann eine zusätzliche Einnahme möglicherweise gar nicht notwendig sein.

Wenn du dagegen kaum oder keinen Fisch isst, kann es sinnvoll sein, sich mit der eigenen Omega-3-Versorgung auseinanderzusetzen.

Für die Schwangerschaft spielt insbesondere DHA eine wichtige Rolle.


Omega-3 bei Kinderwunsch: Worauf solltest du beim Kauf achten?

Wenn du dich für ein Präparat entscheidest, würde ich nicht nur auf große Versprechen auf der Vorderseite achten.

Interessanter sind:

• Wie viel EPA enthält das Produkt?
• Wie viel DHA enthält es?
• Welche Tagesdosis wird tatsächlich empfohlen?
• Handelt es sich um Fischöl oder Algenöl?
• Ist die Herkunft nachvollziehbar?
• Wie wird das Produkt auf Schadstoffe und Qualität kontrolliert?
• Nimmst du bereits andere Präparate mit Omega-3 ein?

Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln lohnt sich ein genauer Blick auf die tatsächliche Zusammensetzung.


Omega-3 ist kein Kinderwunsch-Wundermittel

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Artikels.

Omega-3-Fettsäuren sind für den Körper wichtig und können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Es gibt interessante wissenschaftliche Zusammenhänge zwischen Omega-3 und verschiedenen biologischen Prozessen, die auch für die reproduktive Gesundheit relevant sein könnten.

Aber: Wir sollten daraus kein Versprechen auf eine Schwangerschaft machen.

Wenn du schwanger werden möchtest, sind viele verschiedene Faktoren relevant – und kein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel kann diesen gesamten Prozess ersetzen.


Omega-3 bei Kinderwunsch sinnvoll in den Alltag integrieren

Wenn du dich mit Omega-3 bei Kinderwunsch beschäftigst, musst du nicht sofort zu einem Nahrungsergänzungsmittel greifen.

Der erste Schritt kann ganz einfach sein, deine Ernährung anzuschauen.

Isst du regelmäßig fettreichen Fisch?

Lachs, Hering oder Makrele liefern EPA und DHA. Wenn du Fisch isst, kann er deshalb eine natürliche Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren sein.

Für die Schwangerschaft empfiehlt die DGE regelmäßig fettreichen Fisch und nennt insbesondere eine ausreichende DHA-Versorgung als relevant.

Du isst keinen Fisch?

Dann kann Algenöl eine Möglichkeit sein, DHA aufzunehmen.

Gerade bei einer veganen Ernährung kann es sinnvoll sein, die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen bewusst im Blick zu behalten.

Und pflanzliche Omega-3 Quellen?

Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse und bestimmte Pflanzenöle liefern vor allem ALA.

Sie gehören deshalb durchaus zu einer abwechslungsreichen Ernährung.

Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass ALA und DHA beziehungsweise EPA nicht identisch sind.


Was ist bei Kinderwunsch wichtiger: Ernährung oder Supplement?


Mein Fazit

Omega-3 bei Kinderwunsch ist ein interessantes Thema, aber kein Grund für große Versprechen.

Omega-3-Fettsäuren erfüllen wichtige Funktionen im Körper. Besonders EPA und DHA sind biologisch relevant. DHA spielt außerdem während Schwangerschaft und früher Entwicklung eine wichtige Rolle.

Ob eine zusätzliche Omega-3-Einnahme allerdings die Wahrscheinlichkeit erhöht, schwanger zu werden, lässt sich daraus nicht automatisch ableiten.

Wenn du regelmäßig fettreichen Fisch isst, kann deine Versorgung bereits gut sein.

Wenn du keinen Fisch isst, kann beispielsweise Algenöl eine Möglichkeit sein, DHA aufzunehmen.

Wichtig ist vor allem, nicht nur auf die Bezeichnung „Omega-3“ auf einer Verpackung zu schauen, sondern auf die tatsächliche Menge an EPA und DHA.

Und vielleicht ist das Wichtigste:

Omega-3 kann ein sinnvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein – aber es ist kein Kinderwunsch-Wundermittel.

Wenn eine Schwangerschaft auf sich warten lässt, sollte deshalb nicht einfach ein weiteres Supplement ausprobiert werden. Je nach Situation kann eine gezielte medizinische Abklärung sinnvoller sein.

Ich persönlich nehme regelmäßig Omega-3 zu mir, da es mir gut tut und ich denke, dass es viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Aber das ist nur meine persönliche Erfahrung.


Häufige Fragen zu Omega-3 bei Kinderwunsch

Kann Omega-3 die Fruchtbarkeit erhöhen?

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zu möglichen Zusammenhängen zwischen Omega-3 und reproduktiver Gesundheit. Daraus lässt sich jedoch kein allgemeines Versprechen ableiten, dass Omega-3 die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht.

Welches Omega-3 ist bei Kinderwunsch besser – Fischöl oder Algenöl?

Fischöl enthält normalerweise EPA und DHA. Algenöl liefert insbesondere DHA und ist eine pflanzliche Alternative. Welche Variante sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Ernährung und den individuellen Bedürfnissen ab.

Wie viel Omega-3 sollte man bei Kinderwunsch einnehmen?

Eine allgemeingültige Dosierung zur Steigerung der Fruchtbarkeit gibt es nicht. Für die Schwangerschaft gibt es dagegen konkrete Empfehlungen zur DHA-Versorgung. Die DGE empfiehlt Schwangeren durchschnittlich 200 mg DHA pro Tag, sofern nicht ausreichend fettreicher Fisch verzehrt wird.

Ist Omega-3 auch bei Kinderwunsch ohne Fisch sinnvoll?

Wenn du keinen Fisch isst, kann Algenöl eine Möglichkeit sein, DHA aufzunehmen. Ob eine Supplementierung für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Ernährung und individuellen Situation ab.

Kann man Omega-3 zusammen mit Folsäure und Vitamin D einnehmen?

Grundsätzlich können verschiedene Nahrungsergänzungsmittel miteinander kombiniert werden. Trotzdem sollte die Gesamtdosis betrachtet werden. Bei Medikamenteneinnahme, Erkrankungen oder einer bereits bestehenden Schwangerschaft ist eine individuelle Beratung sinnvoll.

Kann Omega-3 den Eisprung verbessern?

Omega-3 sollte nicht als Mittel zur Verbesserung oder Auslösung des Eisprungs dargestellt werden. Der Eisprung wird durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Hormone gesteuert. Bei Zyklusproblemen sollte nach der Ursache gesucht werden.


Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

Wenn du schwanger werden möchtest und Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtest, solltest du insbesondere bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder einer bereits bestehenden Schwangerschaft die individuelle Situation mit einer medizinischen Fachperson besprechen.

Bei länger ausbleibendem Eisprung, sehr unregelmäßigen Zyklen oder unerfülltem Kinderwunsch sollte außerdem nicht ausschließlich auf Nahrungsergänzungsmittel gesetzt werden.


Quellen