Meine Kinderwunsch Geschichte: Von der Diagnose zur Hausgeburt
Als ich den ersten Schwangerschaftstest in den Händen hielt, hatte ich mir nie vorgestellt, wie lang und emotional mein Weg dorthin werden würde.
Es gab Momente voller Hoffnung, aber auch Tage, an denen ich dachte, mein Körper hätte mich im Stich gelassen.
Heute weiß ich, dass genau diese Erfahrungen mich zu der Frau gemacht haben, die ich heute bin.
Mit diesem Artikel möchte ich dir keine perfekte Geschichte erzählen.
Ich möchte dir zeigen, dass du nicht allein bist.

Als meine Periode plötzlich ausblieb
Damals war ich vollkommen in der Fitnesswelt angekommen. Mein Alltag drehte sich um Training, Kalorien und eine möglichst kohlenhydratarme Ernährung.
Mein großes Ziel?
Ein Sixpack.
Ich fühlte mich fit und diszipliniert. Zumindest glaubte ich das.
Dass meine Periode immer unregelmäßiger wurde und schließlich ganz ausblieb, nahm ich kaum wahr.
Ehrlich gesagt hatte ich noch nie einen besonders regelmäßigen Zyklus, sodass ich lange gar nicht bemerkte, wie viel Zeit inzwischen vergangen war.
Doch ich war inzwischen Ende zwanzig, glücklich verheiratet und unser Wunsch nach einem Baby wurde immer größer.
Monat für Monat hoffte ich auf einen positiven Schwangerschaftstest – und fragte mich gleichzeitig, warum es einfach nicht klappen wollte. Ich verstand es nicht. Schließlich sah ich viele sportliche Frauen, die problemlos schwanger wurden.
Warum also funktionierte mein Körper scheinbar nicht genauso?
Heute weiß ich, dass jeder Körper anders ist. Damals konnte ich mir jedoch nicht eingestehen, dass mein Lebensstil möglicherweise einen Einfluss auf meinen Zyklus hatte. Die Vorstellung, weniger Sport zu machen oder sogar zuzunehmen, machte mir Angst. Ich hatte so viel Energie in mein Ziel investiert, schlank und durchtrainiert zu sein, dass ich die Signale meines Körpers lange nicht ernst nahm.
Die Diagnose PCOS
Schließlich vereinbarte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin. Ich wollte endlich wissen, warum meine Periode ausblieb und weshalb mein Kinderwunsch unerfüllt blieb.
Nach den Untersuchungen erhielt ich die Diagnose: PCOS – Polyzystisches Ovarialsyndrom.
Ich weiß noch genau, wie sich dieser Moment angefühlt hat.
Einerseits war ich erleichtert, endlich eine mögliche Erklärung zu haben. Andererseits hatte ich plötzlich unzählige Fragen.
Was bedeutet das jetzt für meinen Kinderwunsch?
Kann ich überhaupt schwanger werden?
Hat mein Körper mich im Stich gelassen?
Zu Hause begann ich, stundenlang im Internet zu recherchieren. Je mehr ich las, desto größer wurde meine Angst. Immer wieder stieß ich auf Berichte darüber, dass Frauen mit PCOS häufig länger auf eine Schwangerschaft warten oder zusätzliche Unterstützung benötigen
Mit jedem Artikel schien meine Hoffnung ein kleines Stück kleiner zu werden.
Weil ich mir so unsicher war, holte ich mir eine zweite Meinung ein. Doch auch die zweite Frauenärztin bestätigte die Diagnose PCOS.
Ich fühlte mich hilflos und wusste nicht, wie mein Weg jetzt weitergehen sollte.
Damals wusste ich noch nicht, dass auch eine hypothalamische Amenorrhö hinter meinen Beschwerden stecken könnte. Heute erkläre ich die Unterschiede ausführlich in diesem Artikel.
Als ich begann, meinem Körper zuzuhören
Trotz der Diagnose ließ mich ein Gedanke nicht los:
„Was, wenn mein Körper mir eigentlich etwas sagen möchte?“
Ich begann, meinen Lebensstil ehrlich zu hinterfragen. Zum ersten Mal fragte ich mich nicht mehr, wie ich meinen Körper verändern konnte, sondern was er wirklich brauchte.
Also traf ich eine Entscheidung, die mir unglaublich schwerfiel.
Ich begann, meinem Körper wieder ausreichend Energie zu geben. Ich erlaubte mir, wieder alle Lebensmittel zu essen und nicht länger ständig Kalorien oder Kohlenhydrate zu zählen. Statt intensiver Workouts schenkte ich meinem Körper mehr Ruhe und Erholung.
Das war alles andere als leicht.
Viele Jahre lang hatte ich das Gefühl gehabt, meinen Körper kontrollieren zu müssen. Diese Kontrolle loszulassen machte mir Angst. Ich hatte große Sorge, zuzunehmen und all das zu verlieren, wofür ich so hart gearbeitet hatte.
Und tatsächlich veränderte sich mein Körper. Innerhalb kurzer Zeit nahm ich fast 20 Kilogramm zu.
Heute weiß ich, dass mein Körper diese Energie gebraucht hat. Nach Jahren der Unterversorgung holte er sich das zurück, was ihm so lange gefehlt hatte.
Damals fühlte sich dieser Weg oft beängstigend an. Rückblickend war er jedoch der Beginn einer ganz neuen Beziehung zu meinem Körper.
Ich musste lernen, ihm wieder zu vertrauen – und zu erkennen, dass Gesundheit nicht an einer Kleidergröße oder einer Zahl auf der Waage gemessen wird.
Das größte Wunder
Einige Monate später geschah etwas, womit ich kaum noch gerechnet hatte: Meine Periode kam zurück – und das sogar erstaunlich regelmäßig.
Ich war unglaublich erleichtert. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl, dass mein Körper wieder mit mir statt gegen mich arbeitete.
Welche Anzeichen im Nachhinein auf eine HA hingedeutet haben, habe ich hier zusammengefasst.
Doch nach einigen Monaten blieb meine Periode erneut aus.
Diesmal fühlte sich alles anders an.
Sofort begannen die Zweifel in meinem Kopf. Hatte ich mich wieder zu viel bewegt? Hatte ich doch unbewusst zu wenig gegessen? Ich suchte nach einer Erklärung und machte mir große Sorgen, wieder am Anfang zu stehen.
Dann kam eine bleierne Müdigkeit hinzu. Ich war ständig erschöpft und fühlte mich irgendwie anders als sonst.
Die Menschen in meinem Umfeld fragten immer wieder: „Kann es sein, dass du schwanger bist?“
Ich lächelte nur und winkte ab. Nach all den Enttäuschungen konnte ich mir das einfach nicht vorstellen.
Trotzdem bestellte ich – mal wieder – Schwangerschaftstests.
Ich war inzwischen schon etwa zwei Wochen überfällig, doch ich rechnete wirklich überhaupt nicht mit einem positiven Ergebnis.
Zu oft hatte ich gehofft und war enttäuscht worden.
Deshalb hielt ich den Test eher aus Gewohnheit in der Hand als aus echter Hoffnung.
Ich hatte mich innerlich schon darauf eingestellt, dass wieder nur eine einzige Linie erscheinen würde
Der Moment, der mein Leben veränderte
Als die Schwangerschaftstests am Freitagnachmittag ankamen, konnte ich nicht länger warten.
Obwohl ich inzwischen schon etwa zwei Wochen überfällig war, rechnete ich überhaupt nicht mit einem positiven Ergebnis. Zu oft hatte ich in den vergangenen Monaten gehofft und war enttäuscht worden. Deshalb machte ich den Test eher, um endlich Gewissheit zu haben, als aus echter Hoffnung.
Doch kaum hatte ich den Test gemacht, erschien das Ergebnis.
Zwei deutliche Linien.
Ich musste gar nicht lange warten – der Test war sofort und eindeutig positiv.
Für einen Moment konnte ich es überhaupt nicht begreifen.
Ich starrte auf den Test und fragte mich, ob ich mich vielleicht täuschte. Nach all den Monaten voller Zweifel fühlte sich dieser Augenblick fast unwirklich an.
Ich war schwanger.
Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.
In diesem Moment überrollten mich so viele Gefühle gleichzeitig: Freude, Erleichterung, Dankbarkeit – aber auch eine gewisse Unsicherheit.
Nach dem langen Weg fiel es mir schwer, mein Glück sofort zuzulassen. Ein Teil von mir hatte Angst, sich zu früh zu freuen.
Doch tief in meinem Herzen wurde mir etwas klar:
Mein Körper hatte mich nie im Stich gelassen.
Er brauchte nur Zeit, Ruhe und genügend Energie.
Dieser positive Schwangerschaftstest war für mich weit mehr als zwei Linien.
Er war der Anfang eines neuen Vertrauens in meinen Körper – und ein Wunder, mit dem ich nicht mehr gerechnet hatte.
Die Geburt verlief ganz anders als ich gehofft hatte
Meine erste Geburt fiel mitten in die Corona-Pandemie.
Als meine Fruchtblase platzte, ging plötzlich alles ganz schnell. Voller Aufregung fuhren wir ins Krankenhaus. Ich hoffte auf Unterstützung und Geborgenheit – stattdessen fühlte ich mich zunächst sehr allein.
Aufgrund der damals geltenden Corona-Regelungen musste mein Mann das Krankenhaus zunächst wieder verlassen. Ich blieb allein zurück.
In dieser Situation fühlte ich mich nicht wirklich gesehen. Ich hatte Angst, war verunsichert und wusste nicht, was als Nächstes passieren würde. Dabei war die Geburt bereits weit fortgeschritten.
Als mich eine Ärztin schließlich das erste Mal untersuchte, war mein Muttermund bereits acht Zentimeter geöffnet. Kurz darauf wurde ich in den Kreißsaal gebracht. Zum Glück durfte mein Mann ab diesem Zeitpunkt wieder zu mir kommen.
Trotzdem verlief die Geburt anders, als ich es mir gewünscht hatte.
Ich brachte unser Baby auf dem Rücken liegend zur Welt – eine Geburtsposition, die ich mir eigentlich nicht gewünscht hatte. Außerdem wurden während der Geburt Untersuchungen an unserem Baby durchgeführt, denen ich nach meiner Erinnerung nicht ausdrücklich zugestimmt hatte.
Ich erinnere mich an diesen Tag mit gemischten Gefühlen.
Das Schönste war natürlich, unser gesundes Baby endlich in den Armen zu halten. Gleichzeitig blieb das Gefühl zurück, dass ich mir mehr Mitbestimmung, mehr Ruhe und mehr Begleitung gewünscht hätte.
Erst viel später wurde mir bewusst, wie sehr mich diese Geburt innerlich beschäftigt hatte.
Damals wusste ich noch nicht, dass diese Erfahrung meinen Blick auf Geburt für immer verändern würde.
Die Geburt, die mein Vertrauen zurückbrachte
Nach den Erfahrungen meiner ersten Geburt wusste ich eines ganz sicher: Dieses Mal wünschte ich mir etwas anderes.
Schon als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, begann ich nach einer Hebamme zu suchen, die Hausgeburten begleitet. Für mich war schnell klar, dass ich diesen Weg gehen wollte – weil er sich für mich richtig anfühlte.
Ich bereitete mich bewusst auf die Geburt vor. Ich beschäftigte mich intensiv mit Hypnobirthing (Affilliate Link), übte Atemtechniken und bereitete meinen Körper mit sanfter Bewegung auf die Geburt vor.
Vor allem aber arbeitete ich an meinem Vertrauen.
Ich durfte erkennen, dass mein Körper grundsätzlich in der Lage ist zu gebären. Diese Erkenntnis gab mir eine Ruhe, die ich in meiner ersten Schwangerschaft noch nicht gespürt hatte.
Als die Geburt schließlich begann, durfte ich mein zweites Kind in der vertrauten Umgebung unseres Zuhauses zur Welt bringen – begleitet von meiner Hebamme und den Menschen, die mir Sicherheit schenkten.
Diese Geburt war für mich eine unglaublich kraftvolle und heilsame Erfahrung.
Zum ersten Mal fühlte ich mich während einer Geburt wirklich gesehen, begleitet und in meinen Entscheidungen respektiert.
Bis heute bin ich unendlich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Sie hat mir gezeigt, wie viel Vertrauen entstehen kann, wenn ich mich sicher und geborgen fühle.
Ich weiß, dass jede Frau ihren ganz eigenen Weg zur Geburt findet. Für mich persönlich war die Hausgeburt genau die richtige Entscheidung.
Als der zweite Kinderwunsch zur Geduldsprobe wurde
Nachdem ich bereits einmal schwanger geworden war, war ich überzeugt, dass es beim zweiten Kind bestimmt schneller klappen würde.
Doch das Leben hatte andere Pläne.
Ich stillte meinen Sohn fast drei Jahre lang. Meine Periode kehrte bereits nach etwa einem Jahr wieder zurück und wurde erstaunlich regelmäßig. Auch mein Gewicht hatte sich inzwischen eingependelt. Ich ernährte mich ausgewogen, fühlte mich körperlich wieder wohl und dachte, dass nun eigentlich alles passen müsste.
Trotzdem blieb eine Schwangerschaft aus.
Monate wurden zu Jahren.
Unser Sohn war inzwischen schon vier Jahre alt. Eigentlich hatte ich mir immer einen deutlich kleineren Altersunterschied zwischen meinen Kindern gewünscht. Mit jedem Monat fiel es mir schwerer, diesen Wunsch loszulassen.
Rückblickend glaube ich, dass mein Körper und meine Seele noch sehr viel zu verarbeiten hatten.
Mein erster Sohn war ein Schreibaby, ist hochsensibel und brachte einige gesundheitliche Herausforderungen mit sich. Diese Zeit war wunderschön, aber auch unglaublich kräftezehrend. Ich stand oft unter Strom und hatte das Gefühl, nie wirklich zur Ruhe zu kommen.
Heute frage ich mich manchmal, ob mein Körper mir auch damals wieder zeigen wollte, dass er Zeit brauchte.
Ich begann erneut, mich intensiv mit meinem Zyklus und meinen Hormonen zu beschäftigen. In Absprache mit meiner persönlichen Situation probierte ich verschiedene Dinge aus. Dazu gehörten unter anderem Nahrungsergänzungsmittel, Mönchspfeffer (Affilliate Link), Fruchtbarkeitstee (Affilliate Link), eine Wild Yam Creme (Affilliate Link), Globuli Ovaria comp. & Bryophyllum (Affilliate Links) sowie Ovulationstests, um meinen Zyklus besser kennenzulernen.
Was davon letztendlich den entscheidenden Unterschied gemacht hat, kann ich bis heute nicht sagen.
Vielleicht war es eine Kombination aus mehreren Faktoren.
Vielleicht brauchte mein Körper einfach Zeit.
Vielleicht spielte auch der langsam nachlassende Stress eine Rolle.
Eines Tages hielt ich wieder einen Schwangerschaftstest in den Händen.
Nach so vielen negativen Tests rechnete ich ehrlich gesagt erneut mit einer Enttäuschung.
Doch dieses Mal war da wieder diese zweite Linie.
Ich konnte es kaum glauben.
Wieder einmal zeigte mir mein Körper, dass er seinen eigenen Zeitpunkt hatte – einen Zeitpunkt, den ich weder planen noch kontrollieren konnte.
Wichtig: Alles, was ich in diesem Abschnitt über meinen eigenen Weg erzähle, sind persönliche Erfahrungen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche Ursachen hinter einem unerfüllten Kinderwunsch stehen, ist individuell verschieden und sollte immer gemeinsam mit einer (ganzheitlichen) Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden. Welche Blutuntersuchungen sinnvoll sein können, findest du hier.
Was ich heute jeder Frau sagen will
Wenn ich heute mit der jüngeren Version von mir sprechen könnte, würde ich ihr sagen:
🤍 Dein Körper ist nicht dein Feind. Er trägt so viel Weisheit in sich, auch wenn du sie im Moment vielleicht noch nicht sehen kannst.
🤍 Eine Diagnose bestimmt nicht über deine Zukunft.
🤍 Hab den Mut, Fragen zu stellen. Informiere dich. Höre auf dein Bauchgefühl und triff die Entscheidungen, die sich für dich richtig anfühlen.
🤍 Und vor allem: Verliere nie die Hoffnung. Manchmal beginnt der schönste Weg genau dort, wo wir dachten, alles verloren zu haben.
Fazit
Ich wünsche mir, dass Frauen diesen Blog verlassen und sich nicht mehr alleine fühlen. Denn genau das habe ich damals gebraucht. Nicht jemanden, der mir versprach, dass alles gut wird. Sondern jemanden, der sagte:
Ich verstehe dich.
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