B-Vitamine bei Kinderwunsch: 7 wichtige Fakten
Wenn man sich mit Kinderwunsch beschäftigt, tauchen schnell viele verschiedene Vitamine und Mineralstoffe auf. Folsäure, Jod, Vitamin D, Eisen – und natürlich auch die verschiedenen B-Vitamine.
Dabei ist es wichtig, nicht jedes Vitamin automatisch als „Fruchtbarkeitsvitamin“ zu betrachten. B-Vitamine übernehmen im Körper zahlreiche wichtige Aufgaben, unter anderem im Energiestoffwechsel, bei der Zellteilung und bei der Bildung von Blutkörperchen. Einige von ihnen sind deshalb gerade in der Zeit rund um eine geplante Schwangerschaft besonders relevant.
Aber welche B-Vitamine spielen tatsächlich eine Rolle? Und bedeutet eine gute Versorgung automatisch, dass man leichter schwanger wird?
In diesem Artikel schauen wir uns die wichtigsten Fakten rund um B-Vitamine bei Kinderwunsch an – verständlich, ohne unnötige Versprechen und mit Blick auf die aktuelle Nährstoffversorgung.

1. Was sind B-Vitamine und warum braucht der Körper sie?
B-Vitamine (Affilliate Link) sind keine einzelne Substanz, sondern eine Gruppe verschiedener wasserlöslicher Vitamine. Zu ihnen gehören unter anderem Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B7 (Biotin), B9 (Folat) und B12.
Sie haben unterschiedliche Aufgaben, arbeiten im Stoffwechsel aber teilweise eng miteinander zusammen.
B-Vitamine sind beispielsweise beteiligt an:
• der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß
• verschiedenen Stoffwechselprozessen
• der Bildung und Funktion von Blutzellen
• der DNA-Synthese und Zellteilung
• der Funktion des Nervensystems
• dem Aminosäurestoffwechsel
Vitamin B6 ist beispielsweise an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt unter anderem beim Aminosäure- und Kohlenhydratstoffwechsel eine Rolle. Vitamin B12 ist als Coenzym an verschiedenen Stoffwechselreaktionen beteiligt und gemeinsam mit Folat unter anderem für Prozesse rund um Zellteilung und DNA-Synthese relevant.
Das zeigt bereits: B-Vitamine sind für den Körper grundsätzlich wichtig – unabhängig davon, ob gerade ein Kinderwunsch besteht.
Eine ausreichende Versorgung ist deshalb eine gute Grundlage für die allgemeine Gesundheit. Sie bedeutet aber nicht automatisch, dass eine zusätzliche Einnahme die Fruchtbarkeit steigert.
Genau diese Unterscheidung ist beim Thema Kinderwunsch wichtig.
2. Welche B-Vitamine sind bei Kinderwunsch besonders relevant?
Nicht alle B-Vitamine stehen beim Kinderwunsch gleichermaßen im Mittelpunkt.
Besonders häufig begegnen dir Folat beziehungsweise Folsäure und Vitamin B12. Aber auch Vitamin B6 ist interessant, weil es an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt ist.
Folat und Folsäure
Folat ist die natürliche Form des Vitamins, die in verschiedenen Lebensmitteln vorkommt. Folsäure bezeichnet dagegen die synthetische Form, die unter anderem in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird.
Für Frauen mit Kinderwunsch ist Folat besonders relevant, weil eine ausreichende Versorgung bereits vor der Schwangerschaft wichtig ist. Die DGE empfiehlt Frauen, die schwanger werden möchten oder könnten, zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung 400 µg Folsäure pro Tag einzunehmen. Die Einnahme soll bereits vor der Empfängnis beginnen und bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche fortgeführt werden.
Das ist allerdings ein Sonderfall innerhalb der B-Vitamine: Die Empfehlung zur Folsäuresupplementierung besteht nicht deshalb, weil Folsäure allgemein die Fruchtbarkeit erhöhen würde, sondern weil dadurch das Risiko für Neuralrohrdefekte beim ungeborenen Kind reduziert werden kann.
Vitamin B12
Vitamin B12 (Affilliate Link) ist ebenfalls besonders interessant. Es ist unter anderem an der DNA-Synthese, der Zellteilung und verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt. Außerdem arbeitet es eng mit Folat zusammen.
Eine ausreichende B12-Versorgung ist insbesondere bei einer veganen Ernährung wichtig, da Vitamin B12 natürlicherweise vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Die DGE nennt für eine vegane Ernährung deshalb eine Vitamin-B12-Supplementierung als notwendig.
Auch bei vegetarischer Ernährung kann die Versorgung je nach Lebensmittelauswahl berücksichtigt werden.
Vitamin B6
Vitamin B6 ist unter anderem am Aminosäure- und Kohlenhydratstoffwechsel sowie an der Bildung verschiedener Botenstoffe beteiligt. Außerdem ist es gemeinsam mit anderen B-Vitaminen am Homocystein-Stoffwechsel beteiligt.
Das macht Vitamin B6 biologisch interessant. Daraus lässt sich allerdings nicht automatisch ableiten, dass eine zusätzliche Einnahme bei jeder Frau mit Kinderwunsch sinnvoll ist.
3. Vitamin B12: Warum ist die Versorgung so wichtig?
Vitamin B12 verdient beim Thema B-Vitamine bei Kinderwunsch besondere Aufmerksamkeit – vor allem dann, wenn du dich vegan oder überwiegend pflanzlich ernährst.
Vitamin B12 übernimmt im Körper verschiedene wichtige Funktionen. Es ist unter anderem an der Bildung von DNA beteiligt und spielt gemeinsam mit Folat eine Rolle bei Zellteilung und Blutbildung. Außerdem ist es für verschiedene Stoffwechselprozesse notwendig.
Eine ausreichende Versorgung ist daher grundsätzlich wichtig.
Bei einer veganen Ernährung ist die Situation besonders klar: Pflanzliche Lebensmittel enthalten kein zuverlässig verwertbares natürliches Vitamin B12. Die DGE empfiehlt Menschen mit veganer Ernährung deshalb, Vitamin B12 zu supplementieren.
Wichtig ist dabei auch eine häufige Verwechslung: Lebensmittel wie bestimmte Algen oder fermentierte Produkte werden manchmal als pflanzliche B12-Quellen beworben. Die DGE weist jedoch darauf hin, dass sogenannte B12-Analoga, die beispielsweise in einigen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen können, nicht zu einer ausreichenden Vitamin-B12-Versorgung beitragen.
Was bedeutet das für den Kinderwunsch?
Eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung gehört zu einer guten Nährstoffversorgung vor und während einer Schwangerschaft. Eine zusätzliche Einnahme von B12 sollte aber nicht mit der Aussage gleichgesetzt werden, dass dadurch automatisch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft steigt.
Der sinnvollere Blick ist: Gibt es eine ausreichende Versorgung? Besteht möglicherweise ein Mangel oder ein erhöhtes Risiko für einen Mangel? Und passt die Ernährung zur individuellen Situation?
Gerade bei veganer Ernährung lohnt es sich deshalb, die eigene B12-Versorgung nicht dem Zufall zu überlassen.
4. Vitamin B6 und Hormone – was weiß man wirklich?
Vitamin B6 wird im Zusammenhang mit Kinderwunsch manchmal als „Hormonvitamin“ bezeichnet. Solche Begriffe klingen vielversprechend – sind aber mit Vorsicht zu betrachten.
Vitamin B6 ist tatsächlich an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Dazu gehören unter anderem der Aminosäure- und Kohlenhydratstoffwechsel sowie die Bildung verschiedener Botenstoffe. Außerdem spielt Vitamin B6 gemeinsam mit anderen B-Vitaminen eine Rolle im Homocystein-Stoffwechsel.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine zusätzliche Einnahme von Vitamin B6 automatisch den Hormonhaushalt reguliert oder die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht.
Vitamin B6 und der Zyklus
Gerade im Zusammenhang mit PMS, Zyklusbeschwerden oder Progesteron findet man im Internet viele Aussagen über Vitamin B6.
Hier lohnt sich eine klare Trennung:
Eine normale Versorgung mit Vitamin B6 ist wichtig für den Körper. Eine hoch dosierte Einnahme ist aber nicht automatisch eine sinnvolle Maßnahme, um den Zyklus oder die Fruchtbarkeit zu beeinflussen.
Auch ein niedriger Vitamin-B6-Status kann verschiedene Ursachen haben und sollte nicht einfach selbst diagnostiziert werden.
Wenn du dich abwechslungsreich ernährst, kannst du Vitamin B6 über viele ganz normale Lebensmittel aufnehmen. Gute Quellen sind laut DGE beispielsweise Vollkorngetreide, Hasel- und Walnüsse, rote Paprika, Sardinen, Makrelen und Schweinefleisch. Auch Trockenfrüchte und bestimmte Fruchtsäfte können zur Versorgung beitragen.
Vorsicht bei hoch dosierten Präparaten
Besonders wichtig ist dieser Punkt, weil Vitamin B6 zwar ein wasserlösliches Vitamin ist, aber eine langfristig hohe Aufnahme über Nahrungsergänzungsmittel gesundheitliche Probleme verursachen kann.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass eine langfristig hohe Vitamin-B6-Zufuhr insbesondere über Nahrungsergänzungsmittel zu Nervenschädigungen führen kann. Beschrieben werden unter anderem Kribbeln, Taubheitsgefühle, Brennen oder Schmerzen an Händen und Füßen sowie Koordinationsstörungen.
Mehr Vitamin bedeutet also nicht automatisch mehr Nutzen.
Gerade beim Kinderwunsch ist es deshalb sinnvoller, auf eine bedarfsgerechte Versorgung zu achten, statt einzelne B-Vitamine möglichst hoch zu dosieren.
5. Welche Lebensmittel liefern B-Vitamine?
Eine abwechslungsreiche Ernährung kann bereits einen großen Teil der B-Vitamin-Versorgung abdecken.
Dabei gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied: Die verschiedenen B-Vitamine kommen nicht alle in denselben Lebensmitteln vor. Deshalb ist Vielfalt bei der Lebensmittelauswahl sinnvoll.
Beispiele für B-Vitamin-Quellen
| Lebensmittel | Enthaltene B-Vitamine bzw. Beitrag |
| Vollkornprodukte | unter anderem B1, B2, B3 und B6 |
| Hülsenfrüchte | unter anderem B1, B6 und Folat |
| Nüsse und Samen | unter anderem B1, B6 und Folat |
| Grünes Gemüse | besonders Folat |
| Eier | verschiedene B-Vitamine, darunter B12 |
| Milch und Milchprodukte | unter anderem B2 und B12 |
| Fisch | unter anderem B6 und B12 |
| Fleisch | unter anderem B1, B6 und B12 |
Die konkrete Menge hängt natürlich vom Lebensmittel, der Portion und der gesamten Ernährung ab.
Besonders interessant: Vitamin B12
Bei Vitamin B12 ist die Situation anders als bei vielen anderen B-Vitaminen.
Vitamin B12 kommt in relevanten Mengen vor allem in tierischen Lebensmitteln vor. Dazu gehören beispielsweise Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie Eier und Milchprodukte.
Bei einer veganen Ernährung lässt sich eine ausreichende Versorgung deshalb nicht zuverlässig allein über natürliche pflanzliche Lebensmittel sicherstellen. Die DGE empfiehlt Menschen mit veganer Ernährung eine dauerhafte Vitamin-B12-Supplementierung.
Das ist gerade bei Kinderwunsch ein wichtiger Punkt.
Denn eine geplante Schwangerschaft ist ein guter Zeitpunkt, die eigene Ernährung und mögliche Supplemente einmal bewusst zu überprüfen.
Muss ich dafür alle B-Vitamine supplementieren?
Nein.
Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert normalerweise viele B-Vitamine. Eine pauschale Empfehlung, dass jede Frau mit Kinderwunsch einen hoch dosierten B-Vitamin-Komplex einnehmen sollte, lässt sich daraus nicht ableiten.
Anders sieht es aus, wenn ein konkreter Mangel, eine besondere Ernährungsweise oder ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung besteht.
Das gilt beispielsweise für Vitamin B12 bei veganer Ernährung.
Auch während Schwangerschaft und Stillzeit können bestimmte Nährstoffe besonders relevant sein. Die DGE nennt bei veganer Ernährung neben Vitamin B12 weitere potenziell kritische Nährstoffe und empfiehlt eine gezielte Planung sowie die Überprüfung der Versorgung.
Was bedeutet das für deinen Kinderwunsch?
Du musst deine Ernährung nicht in ein kompliziertes Vitaminprojekt verwandeln.
Viel sinnvoller ist eine abwechslungsreiche Basis mit beispielsweise:
• Vollkornprodukten
• Hülsenfrüchten
• Gemüse und Obst
• Nüssen und Samen
• Eiern und Milchprodukten, wenn du sie isst
• Fisch oder anderen geeigneten B12-Quellen
• einer individuell passenden Auswahl an weiteren Lebensmitteln
Bei veganer Ernährung kommt zusätzlich die zuverlässige Versorgung mit Vitamin B12 dazu.
Und genau hier zeigt sich ein wichtiger Grundsatz:
Nährstoffe wirken nicht isoliert. Eine insgesamt ausgewogene Ernährung ist meist sinnvoller als eine lange Liste einzelner hoch dosierter Supplemente.
6. Können B-Vitamine die Fruchtbarkeit verbessern?
Das ist wahrscheinlich eine der spannendsten Fragen rund um B-Vitamine bei Kinderwunsch.
Die kurze Antwort lautet: Eine ausreichende Versorgung ist wichtig – daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass zusätzliche B-Vitamine bei jeder Frau die Fruchtbarkeit verbessern.
B-Vitamine erfüllen zahlreiche wichtige Funktionen im Körper. Dazu gehören unter anderem Prozesse rund um Zellteilung, Blutbildung, Energie- und Aminosäurestoffwechsel. Eine ausreichende Versorgung ist deshalb eine wichtige Grundlage für den Körper.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine zusätzliche Einnahme über den Bedarf hinaus die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht.
Folat ist ein besonderer Fall
Bei Folat beziehungsweise Folsäure gibt es eine klare Empfehlung für Frauen, die schwanger werden möchten oder könnten.
Die DGE empfiehlt zusätzlich zu einer ausgewogenen und folatreichen Ernährung 400 µg Folsäure pro Tag. Die Einnahme sollte mindestens vier Wochen vor der Empfängnis beginnen und bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels fortgeführt werden. Wenn weniger als vier Wochen vor der Empfängnis mit der Einnahme begonnen wurde, gelten besondere Empfehlungen.
Diese Empfehlung sollte allerdings nicht mit einer allgemeinen „Fruchtbarkeitssteigerung durch Folsäure“ verwechselt werden.
Der wesentliche Grund für die Empfehlung liegt in der frühen Entwicklung des Embryos: Eine ausreichende Folatversorgung rund um die Empfängnis kann das Risiko für Neuralrohrdefekte reduzieren.
Und was ist mit Vitamin B12?
Auch Vitamin B12 ist wichtig – insbesondere bei Menschen, die sich vegan ernähren.
Vitamin B12 arbeitet eng mit Folat zusammen und ist unter anderem an Zellteilung, DNA-Synthese und verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt. Die DGE nennt für Erwachsene einen Schätzwert von 4,0 µg pro Tag, für Schwangere 4,5 µg.
Bei veganer Ernährung ist eine zuverlässige B12-Versorgung besonders wichtig. Die DGE empfiehlt hier eine entsprechende Supplementierung. Auch bei vegetarischer Ernährung kann je nach Lebensmittelauswahl eine gezielte Überprüfung der Versorgung sinnvoll sein.
Mehr ist nicht automatisch besser
Gerade bei Kinderwunsch entsteht schnell der Gedanke:
„Wenn ein Vitamin wichtig ist, dann bringt mehr davon vielleicht auch mehr.“
Das gilt bei Vitaminen aber nicht grundsätzlich.
Ein gutes Beispiel ist Vitamin B6. Eine langfristig hohe Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel kann zu neurologischen Beschwerden wie Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Koordinationsstörungen führen. Das BfR weist deshalb ausdrücklich auf die Risiken einer zu hohen Aufnahme hin.
Ein B-Vitamin-Präparat sollte deshalb nicht einfach möglichst hoch dosiert werden, nur weil Kinderwunsch besteht.
7. Wann sind B-Vitamin-Supplemente sinnvoll?
Ob ein Supplement sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Situation ab.
Eine ausgewogene Ernährung kann viele B-Vitamine liefern. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen eine zusätzliche Versorgung wichtig oder zumindest sinnvoll sein kann.
Dazu gehören beispielsweise:
• eine vegane Ernährung
• bestimmte Formen der vegetarischen Ernährung
• nachgewiesene oder vermutete Nährstoffmängel
• bestimmte Erkrankungen oder Aufnahmeprobleme
• eine sehr einseitige oder stark eingeschränkte Ernährung
• besondere Lebenssituationen mit erhöhtem Nährstoffbedarf
Folsäure bei Kinderwunsch
Hier gibt es eine konkrete Empfehlung:
Frauen, die schwanger werden möchten oder könnten, sollen zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung 400 µg Folsäure täglich einnehmen. Die Einnahme soll mindestens vier Wochen vor der Empfängnis beginnen und bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche fortgeführt werden.
Wenn die Einnahme erst weniger als vier Wochen vor der Empfängnis begonnen wurde, empfiehlt die DGE 800 µg Folsäure pro Tag bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche.
Vitamin B12 bei veganer Ernährung
Bei einer veganen Ernährung ist Vitamin B12 ein besonders wichtiger Punkt.
Da eine zuverlässige Versorgung über natürliche pflanzliche Lebensmittel nicht gewährleistet werden kann, empfiehlt die DGE eine entsprechende B12-Supplementierung. In der Schwangerschaft sollen bei veganer Ernährung neben B12 auch weitere potenziell kritische Nährstoffe berücksichtigt und die Versorgung ärztlich überprüft werden.
Das bedeutet nicht, dass eine vegane Ernährung grundsätzlich mit Kinderwunsch unvereinbar wäre. Es bedeutet vielmehr, dass die Ernährung gut geplant sein sollte.
Was ist mit einem B-Komplex?
Ein B-Komplex enthält mehrere B-Vitamine gleichzeitig. Das kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein – beispielsweise wenn eine gezielte Versorgung mit mehreren Vitaminen erforderlich ist.
Für jede Frau mit Kinderwunsch ist ein hoch dosierter B-Komplex jedoch nicht automatisch notwendig.
Vor allem bei Präparaten mit hohen Dosierungen lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Inhaltsstoffe. Denn „mehrere Vitamine in einem Produkt“ bedeutet nicht automatisch „bessere Versorgung“.
Bei Vitamin B6 ist beispielsweise eine langfristig hohe Aufnahme problematisch.
Deshalb würde ich bei Nahrungsergänzungsmitteln immer fragen:
Was brauche ich tatsächlich – und in welcher Dosierung?
Häufige Fragen zu B-Vitaminen bei Kinderwunsch
Welches B-Vitamin ist bei Kinderwunsch am wichtigsten?
Das lässt sich nicht mit einem einzigen B-Vitamin beantworten. Folat/Folsäure und Vitamin B12 sind besonders relevant, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Für Folsäure gibt es eine konkrete Empfehlung rund um die Empfängnis. Vitamin B12 ist besonders bei veganer Ernährung wichtig.
Kann Vitamin B6 den Eisprung verbessern?
Vitamin B6 erfüllt wichtige Funktionen im Stoffwechsel. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine zusätzliche Einnahme bei jeder Frau den Eisprung verbessert. Eine hoch dosierte Einnahme sollte zudem vermieden werden.
Brauche ich bei Kinderwunsch einen Vitamin-B-Komplex?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind deine Ernährung, deine individuelle Versorgung und mögliche Risikofaktoren. Eine pauschale hoch dosierte Einnahme aller B-Vitamine ist nicht notwendig.
Muss ich Vitamin B12 nehmen, wenn ich vegetarisch esse?
Das hängt von deiner Ernährung und der individuellen Versorgung ab. Bei veganer Ernährung empfiehlt die DGE eine Vitamin-B12-Supplementierung. Bei vegetarischer Ernährung kann die Versorgung je nach Verzehr tierischer Lebensmittel ebenfalls ein Thema sein.
Sind B-Vitamine für die Eizellqualität wichtig?
B-Vitamine sind an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt, die für den Körper wichtig sind. Daraus sollte jedoch nicht die Aussage abgeleitet werden, dass ein B-Vitamin-Präparat automatisch die Eizellqualität verbessert. Für Kinderwunsch-Supplemente ist deshalb eine differenzierte Betrachtung sinnvoll.
Mein Fazit: B-Vitamine bei Kinderwunsch
B-Vitamine bei Kinderwunsch sind kein einzelnes Wundermittel, sondern eine Gruppe verschiedener Nährstoffe mit unterschiedlichen Aufgaben.
Eine ausreichende Versorgung ist wichtig für zahlreiche Stoffwechselprozesse, die Zellteilung, die Blutbildung und weitere Funktionen des Körpers. Besonders im Blick behalten solltest du Folat/Folsäure und Vitamin B12.
Für Frauen mit Kinderwunsch gibt es bei Folsäure eine klare Empfehlung: Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung werden 400 µg Folsäure täglich empfohlen – bereits mindestens vier Wochen vor der Empfängnis.
Vitamin B12 verdient insbesondere bei veganer Ernährung Aufmerksamkeit. Hier ist eine zuverlässige Supplementierung wichtig, weil eine ausreichende Versorgung über natürliche pflanzliche Lebensmittel nicht sicher gewährleistet werden kann.
Bei anderen B-Vitaminen gilt dagegen: Nicht möglichst viel, sondern passend zum tatsächlichen Bedarf.
Eine ausgewogene Ernährung, eine gezielte Versorgung mit nachweislich wichtigen Nährstoffen und ein bewusster Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln sind meist sinnvoller als eine möglichst lange Liste hoch dosierter Präparate.
Und genau das ist beim Kinderwunsch meiner Meinung nach ein wichtiger Gedanke: Du musst nicht jeden Monat ein neues Supplement ausprobieren. Viel hilfreicher ist es, deine persönliche Situation anzuschauen und herauszufinden, wo tatsächlich ein Bedarf besteht.
Ich persönlich nehme jeden Tag B Vitamine ein, aber ich darf dir keine pauschale Empfehlung dazu geben.
Quellen
• Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Informationen zu Folsäure/Folat und Nahrungsergänzung.
• Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Vitamin B12 – Funktionen und Referenzwerte.
• Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit.
• Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Risiken einer hohen Vitamin-B6-Zufuhr.
Hier findest du meine Empfehlungen. 🤍
