Anovulation: 7 Ursachen, die du kennen solltest
Wenn du dir ein Baby wünschst, wird der Eisprung plötzlich zu einem ziemlich wichtigen Thema. Schließlich kann eine Schwangerschaft nur entstehen, wenn eine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird.
Aber was passiert, wenn dieser Eisprung ausbleibt?
Genau darum geht es bei einer Anovulation.
Der Begriff klingt zunächst kompliziert. Eigentlich bedeutet er ganz einfach: Es findet kein Eisprung statt. Eine Anovulation kann nur vorübergehend auftreten oder über längere Zeit bestehen. Sie kann dabei deutlich erkennbare Zyklusveränderungen verursachen – muss es aber nicht immer.
Gerade beim Kinderwunsch lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen.

Was bedeutet Anovulation?
Bei einem normalen ovulatorischen Zyklus entwickelt sich in einem Eierstock ein Follikel mit einer Eizelle. Rund um den Eisprung wird die Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt. Anschließend bildet sich aus dem zurückbleibenden Follikel der sogenannte Gelbkörper, der unter anderem Progesteron produziert.
Bei einer Anovulation bleibt dieser Eisprung aus.
Das bedeutet nicht automatisch, dass gar kein Zyklus stattfindet. Es kann trotzdem zu Blutungen kommen. Auch ein Zyklus, der auf den ersten Blick relativ normal erscheint, ist nicht in jedem Fall ein sicherer Beweis dafür, dass tatsächlich ein Eisprung stattgefunden hat.
Umgekehrt bedeutet ein einzelner Zyklus ohne Eisprung nicht automatisch, dass mit deiner Fruchtbarkeit grundsätzlich etwas nicht stimmt. Sporadische anovulatorische Zyklen können auch bei Frauen mit ansonsten regelmäßigen Zyklen vorkommen.
Anovulation und Kinderwunsch
Für den Kinderwunsch ist das Thema trotzdem wichtig.
Denn wenn regelmäßig kein Eisprung stattfindet, steht in diesem Zyklus keine Eizelle zur Befruchtung zur Verfügung. Eine anhaltende Störung des Eisprungs kann deshalb eine Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.
Ovulationsstörungen gehören zu den häufigen Ursachen weiblicher Infertilität. Die American Society for Reproductive Medicine beschreibt ovulatorische Störungen als Ursache für einen relevanten Anteil weiblicher Fertilitätsprobleme.
Dabei ist Anovulation keine eigenständige Diagnose mit nur einer Ursache.
Vielmehr ist sie ein Hinweis darauf, dass die Abläufe rund um Eierstöcke, Gehirn, Hormone und Stoffwechsel irgendwo aus dem Gleichgewicht geraten können.
Und genau deshalb lohnt sich die Frage:
Warum bleibt der Eisprung aus?
Woran kann man eine Anovulation erkennen?
Eine Anovulation lässt sich nicht immer allein anhand des eigenen Zyklus erkennen.
Besonders auffällig können sehr unregelmäßige, sehr lange oder ausbleibende Blutungen sein. Wenn die Abstände zwischen den Blutungen stark schwanken oder die Periode über längere Zeit ausbleibt, kann das auf eine Störung des Eisprungs hindeuten.
Allerdings kann eine Ovulationsstörung auch weniger offensichtlich sein.
Deshalb gilt: Ein Zyklus, der nicht perfekt nach Lehrbuch verläuft, bedeutet nicht automatisch Anovulation. Und regelmäßige Blutungen sind zwar ein gutes Zeichen für eine regelmäßige Ovulation, können aber nicht in jeder Situation allein beweisen, dass tatsächlich in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet.
Mögliche Hinweise können sein:
• sehr lange oder stark schwankende Zyklen
• seltene Blutungen
• ausbleibende Periode
• fehlende typische Veränderungen rund um den Eisprung
• ein auffälliges Zyklusmuster über mehrere Monate
• Schwierigkeiten, den fruchtbaren Zeitraum einzugrenzen
Wichtig: Keines dieser Anzeichen beweist allein eine Anovulation.
Wenn dein Zyklus über längere Zeit auffällig ist, sollte deshalb nicht einfach auf gut Glück mit Nahrungsergänzungsmitteln oder bestimmten „Eisprung-Tricks“ experimentiert werden. Sinnvoller ist es, nach der Ursache zu suchen.
Warum kann der Eisprung ausbleiben?
Der Eisprung entsteht durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Hormone und Organsysteme.
Vereinfacht gesagt beginnt die Regulation im Gehirn. Der Hypothalamus gibt Signale an die Hirnanhangsdrüse weiter. Diese produziert unter anderem FSH und LH, die wiederum auf die Eierstöcke wirken.
Dort entwickeln sich Follikel und es entsteht Östrogen. Der charakteristische Anstieg von LH löst schließlich den Eisprung aus.
Wenn an einer Stelle dieser Kommunikation etwas nicht richtig funktioniert, kann der Eisprung ausbleiben.
Deshalb können ganz unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen.
Zu den häufigsten Ursachen von Ovulationsstörungen gehören unter anderem PCOS, deutliche Gewichtsveränderungen, sehr starke körperliche Belastung, Schilddrüsenstörungen, erhöhte Prolaktinwerte und Veränderungen rund um die Perimenopause. Auch andere hormonelle oder medizinische Ursachen kommen infrage.
7 mögliche Ursachen für eine Anovulation
Ein ausbleibender Eisprung kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Manche Ursachen liegen direkt in der hormonellen Regulation, andere stehen mit Stoffwechsel, Ernährung, körperlicher Belastung oder bestimmten Erkrankungen in Zusammenhang.
Die folgenden sieben Ursachen gehören zu den wichtigen Auslösern, die bei einer Abklärung berücksichtigt werden können.
1. PCOS
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) gehört zu den häufigsten Ursachen für eine gestörte Ovulation.
Bei PCOS kann die Follikelentwicklung in den Eierstöcken verändert sein. Dadurch kann es zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprüngen kommen.
Nicht jede Frau mit PCOS hat dabei dieselben Beschwerden. Manche haben sehr unregelmäßige Zyklen, andere eher Hautprobleme oder eine verstärkte Behaarung. Auch Stoffwechselveränderungen wie eine Insulinresistenz können eine Rolle spielen.
Das bedeutet aber auch:
PCOS ist nicht gleichbedeutend mit Unfruchtbarkeit.
Viele Frauen mit PCOS können schwanger werden. Wenn allerdings der Eisprung nur selten oder gar nicht stattfindet, kann eine Schwangerschaft schwieriger eintreten, weil die fruchtbare Phase entsprechend seltener vorhanden ist.
Wenn dich der Zusammenhang zwischen Stoffwechsel und PCOS interessiert, findest du dazu auch meinen Artikel „Insulin bei Kinderwunsch: 8 wichtige Zusammenhänge“.
2. Hypothalamische Anovulation
Eine weitere mögliche Ursache liegt nicht in den Eierstöcken selbst, sondern in der übergeordneten hormonellen Steuerung.
Der Hypothalamus im Gehirn spielt eine wichtige Rolle für die Regulation des weiblichen Zyklus. Wenn dem Körper über längere Zeit zu wenig Energie zur Verfügung steht oder die körperliche Belastung sehr hoch ist, kann diese Regulation beeinträchtigt werden.
Das kann beispielsweise im Zusammenhang mit
• sehr hoher sportlicher Belastung,
• einer deutlichen Einschränkung der Kalorienzufuhr,
• starkem Gewichtsverlust,
• ausgeprägtem Untergewicht oder
• länger anhaltender körperlicher Belastungauftreten.
Der Körper reduziert dabei vereinfacht gesagt bestimmte Fortpflanzungsfunktionen, wenn die hormonelle Steuerung durch die veränderte Energieverfügbarkeit beeinträchtigt wird.
Eine solche Situation wird unter anderem als funktionelle hypothalamische Amenorrhoe bezeichnet, wenn die Periode ausbleibt.
Dabei ist wichtig, nicht in die Falle zu geraten, Ernährung oder Sport pauschal als „schlecht für die Fruchtbarkeit“ zu bezeichnen.
Bewegung ist grundsätzlich gesund. Auch eine bestimmte Ernährungsform führt nicht automatisch zu einer Anovulation.
Entscheidend kann vielmehr das Zusammenspiel aus Energiezufuhr, Energieverbrauch, körperlicher Belastung und individueller Situation sein.
Wenn dich dieses Thema genauer interessiert, passt dazu mein Artikel „Hypothalamische Amenorrhoe: 10 Anzeichen, die viele Frauen übersehen“.
3. Schilddrüsenstörungen
Auch die Schilddrüse kann Einfluss auf den Menstruationszyklus und die Fortpflanzung haben.
Schilddrüsenhormone stehen in enger Verbindung mit anderen hormonellen Regelkreisen im Körper. Eine Schilddrüsenfunktionsstörung kann deshalb mit Zyklusveränderungen und Ovulationsstörungen einhergehen.
Das bedeutet nicht, dass jede Frau mit einer Schilddrüsenerkrankung automatisch keinen Eisprung hat.
Aber wenn zusätzlich Zyklusunregelmäßigkeiten oder andere Hinweise auf eine Schilddrüsenproblematik bestehen, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Gerade beim Kinderwunsch wird die Schilddrüse deshalb häufig mit betrachtet.
4. Erhöhtes Prolaktin
Prolaktin ist vor allem als Hormon bekannt, das während der Stillzeit eine wichtige Rolle spielt.
Außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit kann ein deutlich erhöhter Prolaktinspiegel allerdings die hormonelle Regulation des Zyklus beeinflussen.
Dadurch kann es zu Zyklusunregelmäßigkeiten kommen und in manchen Fällen auch dazu, dass der Eisprung ausbleibt.
Ein erhöhter Prolaktinwert kann verschiedene Ursachen haben. Deshalb sollte ein auffälliger Laborwert nicht vorschnell interpretiert werden.
Auch bestimmte Medikamente oder andere körperliche Ursachen können den Prolaktinspiegel beeinflussen.
Hier zeigt sich wieder sehr schön, warum Anovulation keine Diagnose mit nur einer Ursache ist.
Wenn bei dir ein erhöhter Prolaktinwert festgestellt wurde, bedeutet das nicht automatisch, dass deine Fruchtbarkeit dauerhaft beeinträchtigt ist. Entscheidend ist, warum der Wert erhöht ist und wie die übrige hormonelle Situation aussieht.
5. Starke Gewichtsveränderungen
Auch deutliche Veränderungen des Körpergewichts können den Zyklus beeinflussen.
Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes Gewicht als „fruchtbar“ oder „unfruchtbar“ zu definieren.
Sowohl eine sehr niedrige Energieverfügbarkeit als auch bestimmte Stoffwechselveränderungen können mit Störungen der Ovulation verbunden sein.
Besonders schnelle oder ausgeprägte Veränderungen können den hormonellen Regelkreis vorübergehend beeinflussen.
Deshalb ist es beim Kinderwunsch nicht sinnvoll, grundsätzlich zu versuchen, möglichst schnell Gewicht zu verlieren.
Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Energie und ein langfristig tragfähiger Lebensstil sind wesentlich sinnvoller als kurzfristige Diäten.
6. Sehr starke körperliche Belastung
Sport und Bewegung können viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Sehr intensive körperliche Belastung kann in Kombination mit einer nicht ausreichenden Energiezufuhr jedoch die hormonelle Steuerung des Zyklus beeinträchtigen.
Das betrifft insbesondere Situationen, in denen der Energieverbrauch dauerhaft höher ist als die Energiezufuhr.
Ein täglicher Spaziergang, moderates Krafttraining oder regelmäßiges Ausdauertraining sind deshalb nicht mit einer Situation gleichzusetzen, in der der Körper dauerhaft extrem belastet wird.
Auch hier gilt:
Nicht Bewegung an sich ist das Problem – entscheidend ist das individuelle Verhältnis von Belastung, Erholung und Energieverfügbarkeit.
Wenn die Periode über längere Zeit ausbleibt oder sich der Zyklus deutlich verändert, sollte die Ursache abgeklärt werden, anstatt einfach noch mehr Sport oder eine weitere Ernährungsumstellung auszuprobieren.
7. Weitere hormonelle oder medizinische Ursachen
Neben den bereits genannten Ursachen gibt es weitere Faktoren, die eine Ovulationsstörung auslösen können.
Dazu können beispielsweise Veränderungen der Eierstockfunktion, bestimmte hormonelle Störungen oder andere Erkrankungen gehören.
Auch das Alter spielt eine Rolle. Mit zunehmendem Alter verändern sich die Funktion der Eierstöcke und die Wahrscheinlichkeit für regelmäßige Eisprünge. In der Perimenopause können Zyklen deshalb zunehmend unregelmäßig werden und Eisprünge häufiger ausbleiben.
Außerdem können Medikamente oder andere gesundheitliche Faktoren den Zyklus beeinflussen.
Deshalb sollte bei einer länger bestehenden Anovulation nicht nur nach einem möglichen Grund gesucht werden.
Die entscheidende Frage lautet vielmehr:
Was könnte in deiner individuellen Situation dazu führen, dass der Eisprung ausbleibt?
Anovulation ist nicht immer dauerhaft
Ein ausbleibender Eisprung bedeutet nicht automatisch, dass dein Körper dauerhaft keinen Eisprung mehr produzieren kann.
Je nach Ursache kann eine Ovulationsstörung vorübergehend sein oder länger bestehen.
Deshalb ist es so wichtig, die Ursache zu verstehen.
Bei PCOS kann beispielsweise eine andere Situation vorliegen als bei einer hypothalamischen Störung. Und ein erhöhter Prolaktinwert wird anders betrachtet als eine Veränderung der Schilddrüsenfunktion.
Es gibt deshalb nicht die eine Behandlung für Anovulation.
Wie wird eine Anovulation festgestellt?
Die Frage „Hatte ich überhaupt einen Eisprung?“ lässt sich nicht immer allein anhand des eigenen Zyklus beantworten.
Wenn deine Zyklen über längere Zeit sehr unregelmäßig sind oder die Periode ausbleibt, kann die Zyklusanamnese bereits einen wichtigen Hinweis auf eine Ovulationsstörung geben.
Bei unklarer Situation können zusätzlich verschiedene Untersuchungen eingesetzt werden.
Welche davon sinnvoll sind, hängt immer von deiner individuellen Situation ab.
Zyklusbeobachtung
Der erste Schritt kann erstaunlich einfach sein: Schau dir deinen Zyklus über mehrere Monate an.
Wie lang sind deine Zyklen?
Sind sie einigermaßen vorhersehbar?
Gibt es große Schwankungen?
Bleibt die Periode manchmal über mehrere Wochen oder Monate aus?
Ein regelmäßiger Zyklus zwischen etwa 21 und 35 Tagen spricht häufig für eine regelmäßige Ovulation. Bei deutlichen Zyklusunregelmäßigkeiten sollte dagegen nach der Ursache gesucht werden.
Dabei musst du nicht jeden einzelnen Wert obsessiv dokumentieren.
Ein einfacher Zykluskalender kann bereits helfen, Veränderungen sichtbar zu machen.
Kann man einen Eisprung mit Ovulationstests erkennen?
Ovulationstests messen normalerweise das luteinisierende Hormon LH im Urin.
Vor dem Eisprung kommt es typischerweise zu einem LH-Anstieg. Ein positiver Ovulationstest kann deshalb darauf hinweisen, dass ein Eisprung bevorsteht.
Aber:
Ein positiver LH-Test beweist nicht hundertprozentig, dass anschließend tatsächlich ein Eisprung stattgefunden hat.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Gerade bei PCOS können beispielsweise erhöhte LH-Werte vorkommen, wodurch Ovulationstests teilweise falsch-positive Ergebnisse liefern können. Auch andere Faktoren können die Aussagekraft beeinflussen.
Ovulationstests können deshalb eine hilfreiche Orientierung sein, ersetzen bei einem konkreten medizinischen Verdacht aber nicht die ärztliche Abklärung.
Was sagt Progesteron über den Eisprung aus?
Nach dem Eisprung bildet sich aus dem zurückbleibenden Follikel der Gelbkörper. Dabei wird unter anderem Progesteron produziert.
Deshalb kann ein Progesteronwert in der zweiten Zyklushälfte genutzt werden, um Hinweise darauf zu bekommen, ob kürzlich ein Eisprung stattgefunden hat.
Der Zeitpunkt der Blutabnahme ist dabei entscheidend. Laut ASRM sollte Progesteron nicht automatisch bei jeder Frau an einem festen „Tag 21“ bestimmt werden, sondern ungefähr eine Woche vor der erwarteten nächsten Periode. Ein entsprechender Wert kann dann als Hinweis auf einen kürzlich erfolgten Eisprung dienen.
Das ist auch ein gutes Beispiel dafür, warum Hormonwerte nicht isoliert betrachtet werden sollten.
Ein Laborwert ist immer nur ein Teil des Gesamtbildes.
Kann Ultraschall zeigen, ob ein Eisprung stattfindet?
Auch eine vaginale Ultraschalluntersuchung kann bei der Beurteilung des Eisprungs eingesetzt werden.
Dabei können unter anderem die Entwicklung von Follikeln und Veränderungen an den Eierstöcken beobachtet werden. Je nach Zeitpunkt der Untersuchung können sich daraus Hinweise auf eine bevorstehende oder bereits erfolgte Ovulation ergeben.
Gerade wenn ein Kinderwunsch bereits länger besteht oder eine Ovulationsstörung vermutet wird, kann eine solche Untersuchung Teil der ärztlichen Abklärung sein.
Was kannst du bei Kinderwunsch selbst beobachten?
Du musst nicht sofort einen kompletten Hormonstatus machen lassen, nur weil dein Zyklus einmal anders war als sonst.
Wenn du deinen Zyklus besser kennenlernen möchtest, können einige Beobachtungen hilfreich sein:
Zykluslänge
Notiere den ersten Tag deiner Periode und beobachte, wie viele Tage bis zur nächsten Blutung vergehen.
Besonders interessant sind nicht einzelne Ausreißer, sondern wiederkehrende Muster über mehrere Zyklen.
Zervixschleim
Rund um die fruchtbare Phase verändert sich der Zervixschleim bei vielen Frauen. Er kann beispielsweise klarer, dünnflüssiger und dehnbarer werden.
Das kann ein hilfreiches Zeichen für die fruchtbare Phase sein.
Es beweist allerdings nicht allein, dass tatsächlich ein Eisprung stattgefunden hat.
Ovulationstests
LH-Tests können helfen, den Zeitraum rund um den möglichen Eisprung einzugrenzen.
Wie bereits erwähnt, ist ein positives Ergebnis jedoch nicht mit einem sicheren Nachweis des Eisprungs gleichzusetzen.
Basaltemperatur
Auch die morgendliche Körpertemperatur kann Hinweise auf Veränderungen nach dem Eisprung geben.
Allerdings ist die Methode vergleichsweise aufwendig und nicht immer eindeutig. Die ASRM bewertet die Basaltemperatur deshalb als eher unzuverlässige Methode und empfiehlt sie nicht routinemäßig zur Ovulationsabklärung.
Wann solltest du eine Anovulation ärztlich abklären lassen?
Eine ärztliche Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn deine Periode über längere Zeit ausbleibt oder deine Zyklen deutlich unregelmäßig sind.
Auch wenn du über längere Zeit versuchst, schwanger zu werden und Hinweise auf einen fehlenden Eisprung bestehen, sollte die Ursache untersucht werden.
Dabei geht es nicht nur darum, festzustellen:
„Habe ich einen Eisprung oder nicht?“
Viel wichtiger ist die Frage:
„Warum findet er möglicherweise nicht statt?“
Denn die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
Bei einer Schilddrüsenstörung ist beispielsweise etwas anderes notwendig als bei PCOS. Und bei einer hypothalamischen Ovulationsstörung muss wiederum anders vorgegangen werden als bei einer erhöhten Prolaktinkonzentration.
Die WHO betont ebenfalls, dass Unfruchtbarkeit unterschiedliche Ursachen haben kann und eine strukturierte Diagnostik wichtig ist, um behandelbare Faktoren zu erkennen.
Muss Anovulation behandelt werden?
Das hängt ganz entscheidend von der Ursache und deiner persönlichen Situation ab.
Wenn du keinen Kinderwunsch hast, kann eine unregelmäßige oder ausbleibende Ovulation trotzdem medizinisch relevant sein und sollte je nach Situation abgeklärt werden.
Bei Kinderwunsch steht dagegen zusätzlich die Frage im Mittelpunkt, wie ein regelmäßiger Eisprung wieder ermöglicht werden kann.
Dafür gibt es – abhängig von der Ursache – verschiedene medizinische Möglichkeiten.
Bei PCOS können beispielsweise Veränderungen des Lebensstils und gegebenenfalls Medikamente eine Rolle spielen. Bei anderen hormonellen Ursachen steht zunächst die Behandlung der zugrunde liegenden Störung im Vordergrund.
Es gibt deshalb keine allgemeine „Anovulations-Therapie“, die für jede Frau funktioniert.
Kann man trotz Anovulation schwanger werden?
Wenn in einem Zyklus tatsächlich kein Eisprung stattfindet, kann in diesem Zyklus keine Eizelle durch Spermien befruchtet werden.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Frau dauerhaft nicht schwanger werden kann.
Entscheidend ist, wie häufig die Anovulation auftritt und warum sie entsteht.
Bei manchen Frauen handelt es sich um eine vorübergehende Situation. Bei anderen steckt eine länger bestehende hormonelle oder medizinische Ursache dahinter.
Wenn die Ursache gefunden wird, kann häufig gezielt behandelt werden.
Deshalb sollte eine Anovulation nicht als endgültiges Urteil über die eigene Fruchtbarkeit verstanden werden.
Häufige Fragen zur Anovulation
Kann man seine Periode haben, obwohl kein Eisprung stattfindet?
Ja. Eine Blutung bedeutet nicht automatisch, dass zuvor ein Eisprung stattgefunden hat. Deshalb kann eine Blutung allein nicht in jeder Situation als Beweis für eine Ovulation betrachtet werden.
Woran erkenne ich, dass ich keinen Eisprung habe?
Hinweise können sehr unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen sein. Sicher feststellen lässt sich eine Ovulationsstörung je nach Situation über die Zyklusgeschichte und gegebenenfalls zusätzliche Untersuchungen wie Progesteronbestimmung oder Ultraschall.
Kann PCOS einen Eisprung verhindern?
PCOS kann zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprüngen führen und gilt als eine häufige Ursache für Anovulation. Gleichzeitig ist PCOS sehr unterschiedlich ausgeprägt und bedeutet nicht automatisch Unfruchtbarkeit.
Kann Stress den Eisprung ausbleiben lassen?
Starke körperliche oder psychische Belastungen können – insbesondere zusammen mit einer zu geringen Energieverfügbarkeit oder anderen Belastungsfaktoren – die hormonelle Regulation beeinflussen. Bei anhaltenden Zyklusstörungen sollte jedoch nicht automatisch „Stress“ als Ursache angenommen werden, sondern eine medizinische Abklärung erfolgen.
Was kann ich tun, wenn ich keinen Eisprung habe?
Der wichtigste Schritt ist, zunächst die Ursache herauszufinden. Je nach Auslöser können beispielsweise eine Behandlung einer hormonellen Störung, Veränderungen der Energiezufuhr und Belastung oder eine medizinische Kinderwunschbehandlung sinnvoll sein.
Anovulation: Das Wichtigste auf einen Blick
Anovulation bedeutet, dass kein Eisprung stattfindet.
Das kann beim Kinderwunsch eine wichtige Rolle spielen, weil ohne Ovulation keine Eizelle für eine Befruchtung zur Verfügung steht.
Gleichzeitig ist Anovulation keine einheitliche Erkrankung mit nur einer Ursache.
Mögliche Auslöser sind unter anderem:
• PCOS
• hypothalamische Störungen
• deutliche Gewichtsveränderungen
• sehr hohe körperliche Belastung
• Schilddrüsenstörungen
• erhöhte Prolaktinwerte
• Veränderungen der Eierstockfunktion oder andere medizinische Ursachen
Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf den Eisprung selbst zu schauen, sondern auf das gesamte hormonelle und körperliche Umfeld.
Wenn deine Zyklen über längere Zeit sehr unregelmäßig sind, deine Periode ausbleibt oder du trotz Kinderwunsch keinen Eisprung vermutest, solltest du das ärztlich abklären lassen.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft:
Ein ausbleibender Eisprung ist ein Hinweis – aber kein endgültiges Urteil über deine Fruchtbarkeit.
Je besser die Ursache verstanden wird, desto gezielter kann man auch nach einer passenden Lösung suchen.
Wenn du dich weiter mit deinem Zyklus beschäftigen möchtest, findest du auf meinem Blog auch mehr über Hormone bei Kinderwunsch, hypothalamische Amenorrhoe, Insulin bei Kinderwunsch, FSH und LH bei Kinderwunsch und Inositol bei Kinderwunsch.
Quellen
• American Society for Reproductive Medicine (ASRM)
• World Health Organization (WHO)
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Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei ausbleibender Periode, anhaltend unregelmäßigen Zyklen oder unerfülltem Kinderwunsch solltest du deine Situation ärztlich abklären lassen.
