Prolaktin bei Kinderwunsch: 7 wichtige Fakten
Wenn der Kinderwunsch schon länger besteht oder dein Zyklus plötzlich unregelmäßig wird, stößt du vielleicht irgendwann auf einen Hormonwert, der dabei eine Rolle spielen kann: Prolaktin.
Prolaktin ist vor allem als sogenanntes „Stillhormon“ bekannt. Es wird während der Schwangerschaft und Stillzeit vermehrt gebildet und unterstützt unter anderem die Milchproduktion.
Aber Prolaktin ist nicht nur dann wichtig, wenn bereits ein Baby geboren wurde.
Auch außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit hat dieses Hormon eine Bedeutung. Ist der Prolaktinspiegel dauerhaft erhöht, kann das unter anderem den Zyklus, den Eisprung und damit auch den Kinderwunsch beeinflussen.
Gleichzeitig gilt:
Ein leicht erhöhter Prolaktinwert bedeutet nicht automatisch, dass eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegt.
Prolaktin kann durch verschiedene alltägliche und körperliche Faktoren vorübergehend ansteigen. Deshalb ist es wichtig, einen auffälligen Wert nicht isoliert zu betrachten.
In diesem Artikel erfährst du sieben wichtige Fakten über Prolaktin bei Kinderwunsch – von den Aufgaben des Hormons über mögliche Ursachen erhöhter Werte bis hin zu Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Ein auffälliger Hormonwert sollte immer im persönlichen Zusammenhang ärztlich eingeordnet werden.

1. Was ist Prolaktin überhaupt?
Prolaktin ist ein Hormon, das überwiegend in der Hirnanhangsdrüse, auch Hypophyse genannt, gebildet wird.
Die Hypophyse befindet sich im Gehirn und spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung verschiedener hormoneller Vorgänge. Prolaktin gehört zu den Hormonen, die von dort aus in den Blutkreislauf abgegeben werden.
Die bekannteste Aufgabe von Prolaktin besteht darin, die Entwicklung der Brustdrüse und die Milchbildung zu unterstützen.
Während der Schwangerschaft steigt der Prolaktinspiegel an. Nach der Geburt trägt das Hormon gemeinsam mit weiteren Faktoren dazu bei, dass die Milchproduktion aufrechterhalten werden kann.
Doch Prolaktin hat noch weitere Wirkungen.
Es steht unter anderem mit der Regulation der Fortpflanzungsachse in Verbindung – also mit dem Zusammenspiel zwischen:
• Hypothalamus im Gehirn
• Hypophyse
• Eierstöcken
• Fortpflanzungshormonen
• und dem Menstruationszyklus
Damit ist Prolaktin auch für Frauen mit Kinderwunsch interessant.
Prolaktin außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit
Auch wenn du nicht schwanger bist und nicht stillst, bildet dein Körper Prolaktin.
Der Wert ist normalerweise deutlich niedriger als während der Schwangerschaft oder Stillzeit. Er kann allerdings im Tagesverlauf schwanken und auf verschiedene Reize reagieren.
Ein vorübergehender Anstieg kann beispielsweise durch folgende Faktoren begünstigt werden:
• Stress
• körperliche Belastung
• Schlaf
• sexuelle Aktivität
• Reizung der Brustwarzen
• bestimmte Medikamente
Deshalb sollte ein einzelner erhöhter Wert nicht sofort als krankhafte Veränderung interpretiert werden.
2. Welche Aufgabe hat Prolaktin beim Kinderwunsch?
Für den Kinderwunsch ist vor allem die Verbindung zwischen Prolaktin und der hormonellen Zyklussteuerung wichtig.
Der weibliche Zyklus wird durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Hormone reguliert. Dazu gehören unter anderem GnRH, FSH, LH, Östrogen und Progesteron.
Prolaktin kann in dieses Zusammenspiel eingreifen, wenn es dauerhaft in zu hoher Konzentration vorhanden ist.
Was passiert bei dauerhaft erhöhtem Prolaktin?
Ein deutlich oder dauerhaft erhöhter Prolaktinspiegel kann die Ausschüttung von GnRH im Hypothalamus beeinflussen.
GnRH ist ein übergeordnetes Steuerhormon. Es gibt der Hypophyse Signale, damit diese unter anderem FSH und LH ausschüttet.
FSH und LH wiederum sind für die Entwicklung der Eibläschen, die hormonelle Reifung im Zyklus und den Eisprung wichtig.
Wenn diese Steuerung beeinträchtigt wird, kann es zu Veränderungen kommen, beispielsweise zu:
• längeren oder unregelmäßigen Zyklen
• selteneren Eisprüngen
• ausbleibenden Eisprüngen
• niedrigeren Östrogenspiegeln
• oder einer ausbleibenden Periode
Ein dauerhaft erhöhter Prolaktinspiegel kann dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringern. Hyperprolaktinämie – so lautet der medizinische Begriff für einen erhöhten Prolaktinspiegel – kann mit Zyklusstörungen, ausbleibendem Eisprung und eingeschränkter Fruchtbarkeit verbunden sein.
Prolaktin und Eisprung
Wenn der Eisprung regelmäßig stattfindet, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, schwanger zu werden.
Ist der Eisprung dagegen selten oder bleibt er aus, kann das die Schwangerschaft erschweren.
Ein erhöhter Prolaktinwert kann dabei eine mögliche Ursache sein. Allerdings ist er nicht die einzige mögliche Erklärung für Zyklus- oder Eisprungprobleme.
Auch andere hormonelle Faktoren können eine Rolle spielen, beispielsweise:
• Veränderungen der Schilddrüsenfunktion
• PCOS beziehungsweise PMOS
• eine zu geringe Energieverfügbarkeit
• starke körperliche Belastung
• bestimmte Medikamente
• oder andere Erkrankungen
Deshalb sollte ein erhöhter Prolaktinwert immer im Zusammenhang mit dem gesamten Zyklusbild betrachtet werden.
Muss ein erhöhter Prolaktinwert Beschwerden verursachen?
Nein.
Manche Frauen mit erhöhtem Prolaktin haben deutliche Beschwerden. Bei anderen fällt der erhöhte Wert zufällig bei einer Blutuntersuchung auf.
Mögliche Anzeichen können sein:
• unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen
• ausbleibende Eisprünge
• Schwierigkeiten, schwanger zu werden
• Milchabsonderung aus der Brust außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit
• seltener auch Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen, wenn eine bestimmte Ursache im Bereich der Hypophyse vorliegt
Wichtig ist dabei: Nicht jede Frau mit erhöhtem Prolaktin hat eine Milchabsonderung. Das Fehlen dieses Symptoms schließt eine Hyperprolaktinämie deshalb nicht zuverlässig aus.
Prolaktin ist nicht automatisch der Grund für deinen unerfüllten Kinderwunsch
Wenn bei dir ein erhöhter Prolaktinwert festgestellt wurde, kann es verständlicherweise naheliegend sein, darin sofort die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch zu sehen.
Das ist aber nicht immer richtig.
Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann relevant sein – insbesondere dann, wenn gleichzeitig Zyklusstörungen oder Hinweise auf einen ausbleibenden Eisprung bestehen.
Es gibt jedoch auch vorübergehende Erhöhungen oder Veränderungen, die keine dauerhafte Fruchtbarkeitsstörung bedeuten.
Außerdem können mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen.
Deshalb ist es sinnvoll, gemeinsam mit deiner (ganzheitlichen) Ärztin oder deinem Arzt zu klären:
• Wie hoch ist der Prolaktinwert tatsächlich?
• Wurde die Blutuntersuchung unter geeigneten Bedingungen durchgeführt?
• Gibt es Zyklus- oder Eisprungprobleme?
• Nimmst du Medikamente, die Prolaktin beeinflussen können?
• Gibt es Hinweise auf eine Schilddrüsenstörung?
• Sind weitere Untersuchungen notwendig?
Ein Laborwert ist ein Puzzleteil – nicht automatisch die gesamte Erklärung.
3. Welche Ursachen kann ein erhöhtes Prolaktin haben?
Wenn dein Prolaktinwert erhöht ist, muss das nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hindeuten.
Prolaktin reagiert empfindlich auf verschiedene körperliche und äußere Einflüsse. Deshalb ist es wichtig, zunächst zwischen vorübergehenden, natürlichen Veränderungen und möglicherweise behandlungsbedürftigen Ursachen zu unterscheiden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die offensichtlichste Ursache für einen erhöhten Prolaktinspiegel sind Schwangerschaft und Stillzeit.
In dieser Phase ist ein höherer Prolaktinwert vollkommen normal und erfüllt eine wichtige biologische Funktion.
Wenn du einen erhöhten Prolaktinwert hast und eine Schwangerschaft möglich ist, sollte deshalb zunächst geklärt werden, ob bereits eine Schwangerschaft besteht.
Stress und körperliche Belastung
Auch Stress kann den Prolaktinspiegel vorübergehend ansteigen lassen.
Das kann beispielsweise durch psychische Anspannung, körperliche Belastung oder den Stress bei einer Blutabnahme geschehen.
Gerade die Blutabnahme selbst kann den Wert beeinflussen. Bei manchen Menschen steigt Prolaktin durch die Aufregung kurzfristig deutlich an.
Auch Schlaf, Sport und andere körperliche Reize können den Prolaktinspiegel verändern.
Ein erhöhter Wert nach einer stressigen Situation muss deshalb nicht dauerhaft erhöht sein.
Medikamente
Einige Medikamente können den Prolaktinspiegel erhöhen.
Dazu gehören unter anderem bestimmte:
• Psychopharmaka
• Medikamente gegen Übelkeit
• Blutdruckmedikamente
• Schmerzmittel
• hormonelle Präparate
Besonders Medikamente, die die Wirkung des Botenstoffs Dopamin beeinflussen, können die Prolaktinausschüttung verändern.
Dopamin wirkt im Körper unter anderem als natürliche Bremse der Prolaktinproduktion. Wird diese Wirkung durch ein Medikament abgeschwächt, kann der Prolaktinspiegel steigen.
Wenn du Medikamente einnimmst und dein Prolaktin erhöht ist, solltest du diese deshalb unbedingt bei der ärztlichen Abklärung angeben.
Medikamente solltest du niemals eigenständig absetzen.
Ob eine Umstellung sinnvoll ist, muss immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entschieden werden.
Schilddrüsenunterfunktion
Auch eine Schilddrüsenunterfunktion kann mit einem erhöhten Prolaktinspiegel verbunden sein.
Die hormonellen Regelkreise von Schilddrüse und Prolaktin stehen miteinander in Verbindung. Bei einer nicht ausreichend behandelten Schilddrüsenunterfunktion können sich deshalb auch die Prolaktinwerte verändern.
Das ist besonders beim Kinderwunsch relevant, weil Schilddrüsenhormone ebenfalls eine wichtige Rolle für Zyklus und Fortpflanzung spielen.
Bei einem erhöhten Prolaktinwert kann es deshalb sinnvoll sein, auch die Schilddrüsenfunktion zu überprüfen.
Erkrankungen der Hypophyse
Eine weitere mögliche Ursache ist ein sogenanntes Prolaktinom.
Dabei handelt es sich um einen meist gutartigen Tumor der Hypophyse, der selbst Prolaktin produziert.
Prolaktinome können sehr klein sein oder eine größere Ausdehnung haben. Je nach Größe und Hormonproduktion können sie unterschiedliche Beschwerden verursachen.
Mögliche Anzeichen sind:
• Zyklusstörungen
• ausbleibende Periode
• Milchabsonderung außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit
• Kopfschmerzen
• Sehstörungen, insbesondere bei größeren Veränderungen im Bereich der Hypophyse
Ein Prolaktinom ist allerdings nicht die häufigste Erklärung für jeden leicht erhöhten Prolaktinwert.
Deshalb wird normalerweise zunächst geprüft, ob andere, naheliegendere Ursachen infrage kommen.
Weitere mögliche Ursachen
Auch andere körperliche Faktoren können mit erhöhten Prolaktinwerten verbunden sein.
Dazu gehören beispielsweise:
• bestimmte Erkrankungen der Nieren
• Erkrankungen der Leber
• Veränderungen im Bereich von Hypothalamus oder Hypophyse
• eine sogenannte Makroprolaktinämie
Bei der Makroprolaktinämie liegt vermehrt eine größere Form des Hormons im Blut vor, die biologisch weniger aktiv sein kann.
Sie kann zu einem erhöhten Messwert führen, ohne dass typische Beschwerden einer Prolaktinerhöhung vorhanden sind.
In solchen Fällen kann eine zusätzliche Laboruntersuchung helfen, die Situation genauer einzuordnen.
4. Wie wird Prolaktin richtig untersucht?
Wenn ein erhöhter Prolaktinwert festgestellt wurde, ist der nächste Schritt nicht automatisch eine umfangreiche Diagnostik.
Zunächst ist entscheidend, wie der Wert gemessen wurde und ob die Untersuchung unter geeigneten Bedingungen stattgefunden hat.
Der Zeitpunkt der Blutabnahme
Prolaktin wird nicht zu jeder Tageszeit in gleicher Menge ausgeschüttet.
Der Wert kann unter anderem durch Schlaf und Tageszeit beeinflusst werden. Deshalb kann die behandelnde Praxis empfehlen, die Blutuntersuchung zu einem bestimmten Zeitpunkt durchzuführen.
Wichtig ist außerdem, der medizinischen Fachperson mitzuteilen, ob du kurz vor der Blutabnahme:
• besonders aufgeregt warst,
• Sport gemacht hast,
• schlecht geschlafen hast,
• Schmerzen hattest,
• oder eine starke körperliche Belastung erlebt hast.
Diese Informationen können bei der Interpretation helfen.
Muss man bei einem erhöhten Wert erneut Blut abnehmen?
Bei einer leichten Erhöhung kann eine erneute Messung sinnvoll sein.
Gerade wenn keine typischen Beschwerden vorliegen oder der Wert nur knapp über dem Referenzbereich liegt, sollte zunächst geprüft werden, ob die Erhöhung tatsächlich bestehen bleibt.
Je nach Höhe des Wertes und persönlicher Situation kann die Ärztin oder der Arzt die Untersuchung unter möglichst stressarmen Bedingungen wiederholen.
Bei Verdacht auf einen stressbedingten Anstieg kann auch eine besonders schonende Blutabnahme oder eine wiederholte Messung nach einer Ruhephase infrage kommen.
Welche zusätzlichen Untersuchungen können notwendig sein?
Je nach Befund können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Dazu gehören beispielsweise:
• ein Schwangerschaftstest, sofern eine Schwangerschaft möglich ist
• eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte
• eine Überprüfung der eingenommenen Medikamente
• eine Untersuchung auf Makroprolaktin
• gegebenenfalls weitere Hormonuntersuchungen
• bei entsprechender Fragestellung eine bildgebende Untersuchung der Hypophyse
Nicht jede Frau mit einem erhöhten Prolaktinwert benötigt sofort eine MRT-Untersuchung.
Ob eine Bildgebung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Höhe des Wertes, den Beschwerden, den übrigen Untersuchungsergebnissen und dem Verdacht auf eine bestimmte Ursache ab.
Gibt es einen „normalen“ Prolaktinwert?
Ja – Labore geben für Prolaktin Referenzbereiche an.
Allerdings können sich diese Referenzbereiche je nach Labor, Messmethode und Untersuchungssituation unterscheiden.
Deshalb ist es wenig sinnvoll, einen einzelnen Wert ohne Einheit und ohne den dazugehörigen Referenzbereich zu beurteilen.
Auch die Höhe des Wertes allein erklärt nicht immer, warum Prolaktin erhöht ist.
Ein Wert sollte immer im Zusammenhang mit deinen Beschwerden, deinem Zyklus und deiner persönlichen Situation betrachtet werden.
Was bedeutet ein erhöhter Prolaktinwert für den Kinderwunsch?
Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann die hormonelle Steuerung des Eisprungs beeinflussen.
Wenn dadurch der Eisprung seltener stattfindet oder ausbleibt, kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringern.
Die gute Nachricht ist jedoch:
Wenn eine behandelbare Ursache hinter dem erhöhten Prolaktin steckt, kann sich auch der Zyklus wieder stabilisieren.
Das hängt selbstverständlich davon ab, wodurch der erhöhte Wert verursacht wird und wie der Körper auf eine Behandlung reagiert.
Ein erhöhter Prolaktinwert ist deshalb nicht automatisch eine dauerhafte Einschränkung der Fruchtbarkeit.
5. Was kann man bei einem erhöhten Prolaktinwert tun?
Wenn der Prolaktinwert erhöht ist, hängt die weitere Vorgehensweise vor allem von der Ursache, der Höhe des Wertes und den vorhandenen Beschwerden ab. Nicht jede Erhöhung muss sofort behandelt werden.
Zunächst wird meist geprüft, wodurch der erhöhte Prolaktinspiegel entstanden sein könnte. Dabei können unter anderem folgende Fragen eine Rolle spielen:
• Besteht eine Schwangerschaft oder Stillzeit?
• Werden Medikamente eingenommen, die den Prolaktinspiegel beeinflussen können?
• Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor?
• Gibt es Hinweise auf eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse?
• Könnte eine sogenannte Makroprolaktinämie vorliegen?
• Ist der Wert nur leicht erhöht oder deutlich auffällig?
Bei einer leichten Erhöhung kann es sinnvoll sein, den Blutwert unter geeigneten Bedingungen noch einmal kontrollieren zu lassen. Manchmal normalisiert sich der Wert bereits bei einer erneuten Messung.
Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache ist, wird die zugrunde liegende Erkrankung behandelt. Wird der erhöhte Prolaktinspiegel durch ein Medikament ausgelöst, sollte die weitere Vorgehensweise mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Medikamente sollten niemals eigenständig abgesetzt oder verändert werden.
Bei einem Prolaktinom – also einem meist gutartigen prolaktinbildenden Tumor der Hirnanhangsdrüse – können Medikamente wie Cabergolin oder Bromocriptin eingesetzt werden. Diese sogenannten Dopaminagonisten können den Prolaktinspiegel senken und bei vielen Betroffenen die hormonelle Regulation sowie den Eisprung verbessern.
Ob eine Behandlung notwendig ist und welches Vorgehen infrage kommt, wird immer individuell entschieden. Dabei spielen auch der Kinderwunsch und mögliche Beschwerden eine Rolle.
Außerdem hilfreich:
Mönchspfeffer (Affilliate Link): Kann dopaminähnlich auf die Hirnanhangsdrüse wirken und so die Prolaktinausschüttung hemmen. Eine Wirkung zeigt sich meistens nach zwei bis drei Monaten.
Vitamin B6 (Affilliate Link): Kann in höherer Dosierung ebenfalls den Prolaktinspiegel senken, da es als Kofaktor an der Dopaminbildung beteiligt ist.
Zink (*) und Magnesium (Affilliate Link): Können die allgemeine hormonelle Regulation und eine ausgeglichene Stoffwechselfunktion unterstützen.
Weiterhin hilfreich ist Stressreduktion und eine ausgewogene Ernährung.
6. Kann man mit erhöhtem Prolaktin schwanger werden?
Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann den Eisprung beeinträchtigen oder verhindern. Dadurch kann es schwieriger werden, schwanger zu werden. Ein erhöhter Prolaktinwert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist.
Entscheidend ist, ob die Erhöhung dauerhaft besteht und welche Ursache dahintersteckt. Wird beispielsweise eine behandelbare Ursache erkannt und erfolgreich behandelt, kann sich der Zyklus wieder stabilisieren. Bei manchen Frauen kehrt dadurch auch der Eisprung zurück.
Eine ärztliche Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn:
• die Periode über längere Zeit ausbleibt,
• die Zyklen sehr unregelmäßig sind,
• trotz Kinderwunsch kein Eisprung festgestellt werden kann,
• Milchabsonderungen aus der Brust außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit auftreten,
• zusätzlich Kopfschmerzen oder Sehstörungen bestehen,
• über längere Zeit keine Schwangerschaft eintritt.
Kopfschmerzen oder Sehstörungen sollten insbesondere dann zeitnah medizinisch abgeklärt werden, wenn gleichzeitig ein deutlich erhöhter Prolaktinwert festgestellt wurde.
Während einer Schwangerschaft steigt der Prolaktinspiegel natürlicherweise an. Deshalb ist eine routinemäßige Prolaktinmessung in der Schwangerschaft normalerweise nicht sinnvoll. Wenn ein Prolaktinom bekannt ist oder Medikamente zur Senkung des Prolaktinspiegels eingenommen werden, sollte die weitere Behandlung unbedingt ärztlich begleitet werden.
7. Was du über Prolaktin bei Kinderwunsch wissen solltest
Ein auffälliger Prolaktinwert kann zunächst verunsichern. Wichtig ist aber, dass ein einzelner Laborwert noch keine vollständige Aussage über deine hormonelle Situation oder deine Fruchtbarkeit erlaubt.
Diese Punkte können dir helfen, den Wert besser einzuordnen:
1. Ein erhöhter Wert sollte im Zusammenhang betrachtet werden. Beschwerden, Zyklusverlauf, Medikamente und weitere Blutwerte können wichtige Hinweise liefern.
2. Eine leichte Erhöhung muss nicht automatisch krankhaft sein. Stress, Schlafmangel, körperliche Belastung oder die Bedingungen der Blutabnahme können den Wert beeinflussen.
3. Eine Kontrollmessung kann sinnvoll sein. Besonders bei einer leichten Erhöhung wird häufig geprüft, ob der Wert dauerhaft auffällig bleibt.
4. Die Ursache ist entscheidend. Schwangerschaft, Stillzeit, Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen, Makroprolaktin oder Veränderungen der Hirnanhangsdrüse können unterschiedliche Vorgehensweisen erfordern.
5. Erhöhtes Prolaktin kann den Eisprung beeinflussen. Es ist deshalb ein möglicher Faktor bei Zyklusunregelmäßigkeiten oder unerfülltem Kinderwunsch.
6. Viele Ursachen sind behandelbar oder gut kontrollierbar. Die Behandlung richtet sich jedoch immer nach dem individuellen Befund.
7. Du musst einen auffälligen Wert nicht allein interpretieren. Eine gynäkologische oder endokrinologische Abklärung kann dabei helfen, die nächsten Schritte zu bestimmen.
Häufige Fragen zu Prolaktin bei Kinderwunsch
Kann man mit erhöhtem Prolaktin schwanger werden?
Ja, eine Schwangerschaft kann trotz erhöhtem Prolaktin möglich sein. Allerdings kann ein dauerhaft erhöhter Wert den Eisprung beeinträchtigen. Ob eine Behandlung notwendig ist, hängt von der Ursache und der individuellen Situation ab.
Welcher Prolaktinwert ist bei Kinderwunsch normal?
Welcher Wert als normal gilt, hängt unter anderem vom verwendeten Labor, der Maßeinheit und den jeweiligen Referenzbereichen ab. Deshalb sollte ein Prolaktinwert immer anhand des Referenzbereichs des jeweiligen Labors beurteilt werden.
Kann Stress den Prolaktinwert erhöhen?
Ja, Stress, Schlafmangel, körperliche Belastung und die Aufregung vor einer Blutabnahme können den Prolaktinspiegel vorübergehend beeinflussen. Bei einer leichten Erhöhung kann deshalb eine Kontrollmessung sinnvoll sein.
Was senkt Prolaktin?
Was den Prolaktinwert senkt, hängt von der Ursache ab. Eine zugrunde liegende Schilddrüsenerkrankung kann beispielsweise behandelt werden. Bei bestimmten Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse kommen Medikamente wie Cabergolin oder Bromocriptin infrage. Eine Behandlung sollte ärztlich abgestimmt werden.
Kann Prolaktin den Eisprung verhindern?
Ja. Ein dauerhaft erhöhter Prolaktinspiegel kann die hormonelle Steuerung des Zyklus beeinflussen und dadurch den Eisprung verzögern oder verhindern.
Fazit: Prolaktin bei Kinderwunsch richtig einordnen
Prolaktin ist nicht nur während der Stillzeit wichtig. Auch außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit kann das Hormon den Zyklus und die Fruchtbarkeit beeinflussen.
Ein dauerhaft erhöhter Prolaktinspiegel kann unter anderem zu unregelmäßigen Zyklen, einem ausbleibenden Eisprung oder Schwierigkeiten beim Schwangerwerden beitragen. Gleichzeitig ist ein einzelner erhöhter Blutwert noch kein Grund zur Panik.
Entscheidend ist, die Ursache zu finden und den Wert im Zusammenhang mit dem gesamten Zyklusbild zu betrachten. Mit einer gezielten Abklärung und – falls notwendig – einer passenden Behandlung lässt sich die hormonelle Situation häufig gut beeinflussen.
Mein Beitrag über Anovulation kann hilfreich sein, wenn dein Eisprung ausbleibt oder du deinen Zyklus besser verstehen möchtest.
Dein Körper ist kein einfacher Hormonrechner. Einzelne Werte erzählen immer nur einen Teil der Geschichte.
Quellen
• Melmed, S. et al. (2011): Diagnosis and Treatment of Hyperprolactinemia: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.
• Maiter, D. et al. (2023): Pituitary Society consensus statement on the diagnosis and management of prolactinomas. Nature Reviews Endocrinology.
• Workup of Hyperprolactinemia – aktuelle Übersichtsarbeit zur diagnostischen Abklärung erhöhter Prolaktinwerte.
• Fachinformationen und klinische Empfehlungen zur Abklärung und Behandlung von Hyperprolaktinämie.
Hier findest du meine persönlichen Empfehlungen. 🤍
